Stormarn
Bargteheide

Westumgehung im September frei

Kreisel der neuen Bargteheider Trasse wird asphaltiert. Jersbeker Straße am kommenden Wochenende gesperrt

Bargteheide. Kaum ist die Alte Landstraße freigegeben, ist die nächste Straßensperrung in Bargteheide in Sicht: Am kommenden Wochenende ist der Bereich rund um den neuen Kreisverkehr an der Jersbeker Straße komplett dicht. Die fehlende Asphaltdecke wird aufgetragen. Es ist der letzte Akt im Bau des zweiten Abschnitts der Westumgehung, der mit 3,2 Millionen Euro zu Buche schlägt und nach einem Jahr Bauzeit mit allem Drum und Dran im September fertig sein soll. Während der Vollsperrung am 26./27. Juli wird der Verkehr um den Kreisverkehr weiträumig umgeleitet. Das ist ärgerlich für Autofahrer, überraschend ist es nicht: Es ist eine Behinderung mit Ansage.

Schon im Dezember vergangenen Jahres hatte die Lübecker Niederlassung des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr die Sperrung angekündigt. Dem Kreisverkehr fehlte noch die Asphaltdeckschicht. Im Winter konnte sie nicht aufgetragen werden. Also wurde der Frühsommer 2014 angepeilt. Um den Verkehr nach der viermonatigen Bauzeit aber so schnell wie möglich wieder fließen zu lassen, wurde der neue Kreisverkehr trotzdem schon im Dezember freigegeben – mit einer provisorischen Unterschicht.

Autos fahren auf einem bis zu zweieinhalb Meter hohen Damm

„Das war kein Problem. Das hält die Straße aus“, sagt Bargteheides Bauamtsleiter Jürgen Engfer. Zu Ende gebaut werden muss der Kreisverkehr natürlich trotzdem. Engfer: „Er erhält jetzt sozusagen den letzten Schliff.“ Da man die Arbeiten auf die Sommerferien und auf ein Wochenende gelegt habe, seien die Verkehrsbehinderungen so gering wie möglich gehalten.

Mit dem Auftrag der Asphaltdecke wird nun auch der Höhenunterschied in der Fahrbahn von rund fünf Zentimetern ausgeglichen. Das ist gut für die Autofahrer, die mit maximal 70 Kilometer pro Stunde – vom Buckel kommend – den zweiten Abschnitt der Westumgehung nutzen und dann dort am Kreisverkehr landen werden.

Ein anderer Höhenunterschied bleibt. Und der ist absolut nicht zur Freude aller. Um Senken auszugleichen, wurde der zweite Teil der Umgehung erhöht. So fahren die Autos zwischen der Alten Landstraße und dem Kreisel auf einem Damm, der sich in der Landschaft deutlich abhebt.

„Im Extremfall könnte er tatsächlich die Landschaft in der Höhe eines Stockwerks überragen“, hatte Stadtvertreter Friedrich Westerworth (CDU) befürchtet. Auch Bürger hatten sich aufgeregt und in der Stadtvertretersitzung ihrem Unmut freien Lauf gelassen. Seitdem sind im Rathaus keine Beschwerden mehr eingegangen – obwohl der Damm tatsächlich an einigen Stellen eine Höhe von 2,50 Meter erreicht.

„Ich rechne damit, dass noch Anrufe kommen werden“, sagt Bauamtsleiter Engfer. „Wenn der zweite Teil der Umgehung komplett fertig ist und der Verkehr richtig rollt.“ Dann könnten Beschwerden wegen Lärmbelästigung eingehen. Einen aktiven Schutz werde es aber nicht geben. Engfer: „Das Planfeststellungsverfahren sieht das nicht vor, weil es nach den Berechnungen keine Erfordernis dafür gibt.“

Optisch soll sich hingegen noch so einiges ändern. So wird der Wall begrünt. Und auch das Pflanzen von Büschen und Gehölzen ist geplant. Engfer: „Das könnte dann auch den möglichen Schall dämpfen.“ In jedem Fall wird es Fledermäuse davon abhalten, im Todesflug über die Umgehungsstraße zu huschen. Denn die Tiere haben hier ihr Jagdrevier und könnten bei nächtlichen Flügen vor und unter den Autos landen. Gehölze mit einer Höhe von bis zu vier Metern sollen das vor allem am Glindfelder Weg verhindern. „Overhop heißt diese Bepflanzung“, sagt der Bauamtsleiter Und was sich so anhört wie rüberhüpfen, ist auch so gemeint. Nur dass die Fledermäuse eben nicht hüpfen, sondern flattern.

Wenn am kommenden Wochenende der Kreisverkehr an der Jersbeker Straße die Asphalt-Deckschicht erhält, wird der von Norden kommende Verkehr in Bargfeld-Stegen über die L82 bis Elmenhorst und von dort über die B75 bis Bargteheide weiträumig umgeleitet. Die Strecke gilt auch in umgekehrter Richtung. Für Anlieger ist der Weg bis zur Baustelle frei. Radfahrer und Fußgänger können ebenfalls durch.

Südring-Sanierung dauert länger als gedacht

Wenn alles planmäßig läuft, sind die Arbeiten am Kreisverkehr am Montag beendet. Die Asphaltierungsarbeiten am Südring dauern dagegen an – und vermutlich länger als gedacht. Engfer: „Eigentlich sollte der erste Abschnitt von der Hamburger Straße bis zur Bahnbrücke schon vergangene Woche fertig sein.“ Daraus ist nichts geworden. Ob nun der gesamte Zeitplan durcheinander gerät, wird sich zeigen. Dem ersten Abschnitt folgen auf jeden Fall drei weitere – bis zum Ortseingang Hammoor. Die insgesamt 5,6 Kilometer lange Strecke soll bis 30.August eine neue Fahrbahndecke haben. So der Plan. Danach steht die Sanierung der B75 zwischen Bargteheide und Delingsdorf an – auf einer Länge von zweieinhalb Kilometern.

„Die Baustellen und Behinderungen sind hart“, sagt Bauamtsleiter Jürgen Engfer. „Aber alle wollen heile Straßen haben. Deswegen sehen wir es positiv, dass Bund und Land jetzt massiv Geld für Straßen ausgeben.“ So hofft Bargteheide auch auf finanzielle Unterstützung des Landes für die noch ausstehenden dritten und vierten Abschnitte der Westumgehung, die rund vier Millionen Euro kosten. Bis die letzten Abschnitte dran sind, dauert es allerdings. Die Unterlagen liegen bei der Planfeststellungsbehörde in Kiel.

Engfer: „Bis die Genehmigung erfolgt, die Grundstücke gekauft sind und der Förderbescheid da ist, vergehen mindestens zwei Jahre.“ Baubeginn ist also frühestens 2018. Das heißt: Zumindest an der Westumgehung wird es in den nächsten vier Jahren in Bargteheide nicht zu Behinderungen kommen.