Stormarn
Kommentar

Der Fahrgast darf nicht leiden

Der Schritt der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH), die Verträge mit dem Kreis Stormarn über den Betrieb des Busnetzes im Bereich Glinde auslaufen zu lassen, ist nachvollziehbar.

Noch führt das Unternehmen den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Eigenwirtschaft, trägt also das alleinige Risiko und muss gegebenenfalls finanzielle Verluste aus der eigenen Tasche begleichen. Ob das tatsächlich der Fall ist, wissen bisher nur die VHH selbst. Kreis und auch den Bürgermeistern der betroffenen Kommunen liegen bisher keine Zahlen vor. Klar ist: Die Zeiten, dieses Netz in seiner jetzigen Form zu betreiben, müssen einmal besser gewesen sein. Sonst hätten die Verkehrsbetriebe diesen Deal nicht abgeschlossen und wären an einer Fortführung interessiert gewesen.

Jetzt ist der Kreis am Zug. Er ist für die Finanzierung des ÖPNV verantwortlich, kann sich einen neuen Partner suchen, muss aber in jedem Fall Geld berappen. Dass es dabei zu Anpassungen im Angebot kommt, wenn die Auslastung der Linien nicht zufriedenstellend ist, liegt in der Natur der Sache. Wichtig ist nur, dass veränderte Taktungszeiten mit Augenmaß erfolgen.

Der Wegfall des Nachtbusses wäre ein falsches Signal. Hier stehen die Kommunen in der Verantwortung. Schon allein, um jungen Menschen, die an Wochenenden in der City feiern und Alkohol trinken, die Heimfahrt zu ermöglichen. Denn hinterm Steuer haben sie nichts zu suchen. Kurzum: Der Fahrgast darf nicht leiden.