Kommentar

Nicht am falschen Ende sparen

Der Fall von Claudia Walter aus Stemwarde macht nachdenklich.

Und er zeigt das Dilemma der Polizei bei der Jagd auf Einbrecher: Die personelle Ausstattung reicht offenbar nicht in jeder Dienststelle aus, um den Hilferufen Stormarner Bürger ausreichend nachzukommen und dadurch ihr gestörtes Sicherheitsempfinden zu verbessern. Klagen von Beamten über Unterbesetzung auf den Revieren, meistens hinter vorgehaltener Hand, bestätigen diesen Eindruck.

Natürlich sind die Freunde und Helfer der Nation in höchstem Maße bemüht, für Recht und Ordnung zu sorgen, und das will auch keiner bezweifeln. Nur ist das nicht immer sofort gewährleistet. Auch Polizisten sind nicht in der Lage, sich zweizuteilen, zeitgleich an verschiedenen Orten zu sein. Multitasking in der Arbeitswelt hat eben auch Grenzen.

Auf der anderen Seite ist es Pflicht eines jeden Beamten, die Einsatzschwerpunkte entsprechend zu setzen. Für den konkreten Fall heißt das: In einer Straße, in der jedes Haus von Einbrechern heimgesucht wurde, muss Hinweisen aus der Bevölkerung auf verdächtige Personen intensiv nachgegangen werden. Und zwar vor Ort und möglichst schnell. Das ist hier nicht geschehen. Auch Nachbarn von Claudia Walter haben sich in der Vergangenheit über mangelnde Ermittlungsarbeit beklagt. Wenn die Landesregierung jetzt auch noch Stellen abbaut, besteht die Gefahr, dass das Vertrauen der Bürger in die Polizei weiter abnimmt. Der Staat sollte nicht am falschen Ende sparen.