Bad Oldesloe

Bad Oldesloe bekommt Einkaufszentrum

Postgebäude wird abgerissen, Rewe, Budnikowsky und ein Biomarkt ziehen in Neubau. Osnabrücker Unternehmer investiert zehn Millionen Euro

Bad Oldesloe. Die Innenstadt von Bad Oldesloe bekommt ein neues Einkaufszentrum. An der Stelle des heutigen Postgebäudes an der Kreuzung Lübecker Straße/Berliner Ring wird im kommenden Jahr ein zweistöckiger Neubau entstehen. Die Trave-Arkaden sollen rund 4300 Quadratmeter Verkaufsfläche haben, unter anderem ziehen ein Rewe-Markt, eine Budnikowsky-Drogerie und ein Biomarkt in das Erdgeschoss. Der Osnabrücker Investor Immokonzept, dem das Grundstück gehört, hat jetzt im städtischen Bauausschuss neue Pläne vorgelegt.

Auf dem Dach des Parkdecks sollen Solarzellen installiert werden

Demnach werden die Trave-Arkaden zur Kreuzung hin eine abgerundete Ecke haben. Ein früherer, schlichter gehaltener Entwurf hatte das noch nicht vorgesehen. Die Fassade soll weiß gestaltet sein, ein Teil des Gebäudes bekommt eine Steinfassade. Auf dem Obergeschoss ist ein Parkdeck vorgesehen, zudem sollen diese Parkplätze ein Dach bekommen, auf dem Sonnenkollektoren installiert werden. 150 Parkplätze sind vorgesehen, 122 davon auf dem Parkdeck. Weitere 28 Parkplätze sollen auf einer Seitenfläche neben dem Gebäude entstehen. Nach Angaben der Investoren wird Rewe 2500 Quadratmeter mieten, Budnikowsky 600 und der Biomarkt 500.

„Wir sprechen derzeit noch mit potenziellen Mietern, die in das Obergeschoss einziehen könnten. Es sind noch Flächen frei, Interessenten sind willkommen“, sagte Hans Jürgen Weber im Bauausschuss. Er ist Geschäftsführer der Firma Immokonzept, die er gemeinsam mit seiner Ehefrau Alexandra leitet. Das Unternehmen hatte das knapp 5500 Quadratmeter große Grundstück im Sommer dieses Jahres von dem kanadischen Finanzinvestor Hudson Advisers gekauft. Wie Hans Jürgen Weber sagt, werde sein Unternehmen „knappe zehn Millionen Euro“ investieren. Oldesloes Ladenflächenmanager Stefan Pötzsch ist an der Planung beteiligt. Er hatte die Expansionsleiter von Budnikowsky und Rewe auf die Immobilie aufmerksam gemacht.

Nach der derzeitigen Planung könnte „frühestens im April 2014“ mit dem Abriss begonnen werden, wie Stefan Pötzsch sagt. Zurzeit sind noch Filialen der Post und der Postbank in dem Gebäude sowie eine Physiotheraphie-Praxis. Dazu sagt Pötzsch: „Der Post und der Postbank wurden zum 31. März die Mietverträge gekündigt. Mit der Inhaberin der Physiotheraphie-Praxis müssen die Investoren sich noch einigen“. Bisher sei unklar, ob die drei derzeitigen Mieter auch in dem Neubau unterkommen.

Einweihung ist voraussichtlich im Februar oder März 2015

Für die weitere Planung muss die Stadt den Flächennutzungsplan ändern, weil auf dem Obergeschoss ein Solardach vorgesehen ist. Der Bauausschuss stimmte einstimmig für eine Neuaufstellung des Plans. Hans Jürgen Weber rechnet damit, dass die Trave-Arkaden im Februar oder März 2015 eingeweiht werden können. Er bat die Stadt aber darum, jede Möglichkeit zur Beschleunigung des Verfahrens zu nutzen. Im Bauausschuss wurden auch ein Gutachten zum Autoverkehr und eines zum Schallschutz vorgelegt.

Das Verkehrsgutachten, das ein Ingenieurbüro ausgearbeitet hat, fasste der Leiter des Tiefbauamtes Klaus-Peter Scharenberg zusammen. „Es kommen mehr Autos, an der Kreuzung wird es Verschlechterungen geben. Aber sie halten sich im Rahmen.“ Zum Schallschutzgutachten sagte Petra Engert, Mitarbeiterin der Bauverwaltung: „Es wird lauter. Aber die zulässigen Werte werden eingehalten.“

Stefan Pötzsch sieht allerdings Folgen für den Einzelhandel. Das Vorhaben sei „Chance und Risiko“ zugleich. Die Trave-Arkaden würden neue Kunden nach Oldesloe bringen, etwa aus Reinfeld. Aber sie bedeuten auch Konkurrenz. Pötzsch: „Der Rewe-Markt tut nicht weh. Wir müssen uns lediglich mit Feinkost Peters abstimmen.“ Budnikowsky hingegen werde Rossmann Konkurrenz machen, sowie der dm-Filiale, die 2014 im ehemaligen M&H-Kaufhaus neu eröffnen will.

Der Bio-Markt werde Lehmanns Bioladen und dem Reformhaus Konkurrenz machen. „Die müssen wir jetzt dringend stärken, wir werden über die Sortimente sprechen.“