Kommentar

Plattdeutsch eine Plattform geben

Junge Leute sind nicht gerade Fans des Plattdeutschen.

Und sollten sie tatsächlich einmal in die Aufführung einer Niederdeutschen Bühne gehen, dann wohl eher deshalb, weil Vater oder gar Opa mitspielen. Platt ist nicht smart. Nicht so smart wie das Gerät, das der moderne Mensch stets bei sich trägt. Aber das heißt noch lange nicht, dass diese Sprache keine Zukunft hat. Nicht alles, was nicht Mainstream ist, gehört weggeworfen.

Niederdeutsch ist Kulturgut. Die Sprache ist ein Schatz. Sie gibt Auskunft über unsere Wurzeln. Sie hat emotionale Kraft und ist dem abgehackten Stil der neudeutsch „User“ genannten Nutzer von Mails und Internet oft überlegen. Plattdüütsch ist ein Stück Schleswig-Holstein. So ist Schutz und Förderung der Sprache in der Landesverfassung verankert. So bieten 27 Grundschulen ab dem Schuljahr 2014/15 Niederdeutsch auf freiwilliger Basis an. Dass die Mitglieder der Stormarner Speeldeel dem Platt eine Plattform geben, ist wichtig und angesichts der ach so schönen neuen Welt, die oft so gefährlich anders tickt, geradezu anrührend. Bitte dranbleiben. Weiterspielen. Nicht aufgeben.