Kommentar

Müll-Rechnung geht auf

Zwei Drittel des Inhalts der Restmülltonne gehört dort nicht hinein.

Mit 41 Prozent ist der Bioabfall die stärkste Fraktion in dem grauen Behälter. Damit sind die Stormarner, die sich in vielen anderen Bereichen wie der Wirtschaftskraft zur bundesweiten Spitze zählen können, überhaupt nicht vorbildlich. In Gegenden von Baden-Württemberg liegt der Biomüll-Anteil bei unter 20 Prozent.

Jahrelang hat die Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH) versucht, die Menschen mit Aufklärungskampagnen dazu zu bringen, ihren Abfall besser zu trennen. Gebracht hat das offensichtlich gar nichts. Jetzt wählen die Verantwortlichen den Weg übers Portemonnaie. Das scheint tatsächlich Erfolg versprechender zu sein.

Die Rechnungen für 2014 sind noch nicht einmal verschickt, da haben schon 5000 der mehr als 120.000 AWSH-Kunden neue Behälter geordert. Täglich informieren sich bis zu 1200 Anrufer an der Hotline. Sie haben erkannt: Wer seinen Abfall besser trennt, kann Geld sparen. Dabei geht es in den meisten Fällen nur um ein paar Euro im Monat, doch das Zeichen wird verstanden.

Am Ende könnten die Kunden erneut profitieren. Noch liefert die AWSH rund 90.000 Tonnen Restmüll im Jahr an die Müllverbrennungsanlage Stapelfeld. Bei der Neuausschreibung des Auftrags wird für 2017 mit 70.000 Tonnen kalkuliert. Die Rechnung ist einfach: deutlich weniger Restmüll, deutlich weniger Kosten.