Kommentar

Der Vergleich muss fair sein

Kürzlich musste ich zum Augenarzt, die Begegnung war unerfreulich.

Die Ärztin guckte mir ins Auge, sagte „Das muss operiert werden.“ Ich: „Was habe ich denn?“ Sie: „Keine Ahnung, das können sie ja im Krankenhaus noch mal fragen.“ Ich entschied mich, nach der Operation zu einem anderen Arzt zu gehen. Meine Freunde kannten keinen guten, deshalb habe ich mich auf Empfehlungen im Internet verlassen. Erfolgreich. Die Ärztin war nett, das Auge ist wieder in Ordnung, alles ist gut. Auch das Krankenhaus konnte ich mir selber aussuchen. Auch hier habe ich mich auf Erfahrungen im Internet verlassen. Das tue ich häufig, etwa, wenn ich nicht weiß, in welchem Hotel ich übernachten soll.

Hier liegt übrigens der Unterschied. Denn ob man sich in einem Hotel wohlfühlt, kann jeder sagen. Ob jedoch ein Krankenhaus qualifiziert ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen – und die anderen Patienten haben, das ist Spekulation, ebenso wenig Ahnung von der fachlichen Qualifikation der Ärzte. Das Internet sollte also besser nur einer von mehreren Entscheidungsgründen sein. Trotzdem sind Portale wie der Krankenhausnavigator sinnvoll. Denn ein bisschen ist es dann doch wie bei der Hotelbewertung: Ob ich mich gut aufgehoben fühlte und ob es mir nach der Behandlung besser ging, kann ich durchaus beurteilen. Und da viele Menschen befragt werden, ist die Chance groß, ein faires Ergebnis zu bekommen. Nur sollten auch die künftigen Patienten fair sein und nicht Fachkliniken mit Akutkrankenhäusern vergleichen.