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Ahrensburger Bürgermeister fordert Nordtangente

Foto: Birgit Schücking

Ahrensburgs Bürgermeister Michael Sarach hat die Diskussion um die Nordtangente neu belebt. Bei einer Veranstaltung sagte der Verwaltungschef: "Wir brauchen die Entlastungsstrecke."

Ahrensburg. Bürgermeister Michael Sarach lässt kaum Zweifel: "Wir brauchen die Nordtangente", sagte der Verwaltungschef beim Treffen des Vereins Verband der südholsteinischen Wirtschaft in der Kantine des Gewürzwerkes Hela im Gewerbegebiet Beimoor. Vor knapp 70 Mitgliedern bemängelte Sarach zudem eine schleppende Verkehrsentwicklung in der Schlossstadt. Sarach: "Wir sind zu langsam bei Verkehrsfragen und nutzen die Potenziale des Stadtentwicklungsplans nicht gut genug."

Der Bürgermeister erwähnte in diesem Zusammenhang auch, dass er kein Stimmrecht in der Stadtverordnetenversammlung habe. Sarach: "Wie man bei der Abstimmung über die Nordtangente gesehen hat, wäre es vielleicht auf diese Stimme angekommen." Im April 2012 hatten die Ahrensburger Stadtverordneten die Planung der Nordtangente vorerst auf Eis gelegt. Dennoch hält Michael Sarach an der Idee einer Umgehungsstraße fest. "Es sollen möglichst wenig Autos durch Ahrensburg fahren, dafür dürfen wir keine halbherzigen Maßnahmen ergreifen", sagte Sarach.

Ahrensburgs Bürgermeister hofft in diesem Zusammenhang auf die Realisierung der S 4, die Hamburg mit Bad Oldesloe verbinden soll. Sarach: "Wenn die kommt, wird es auch ein Betriebswerk geben, aller Voraussicht nach im Ahrensburger Stadtteil Gartenholz. Damit Material und Mitarbeiter zum Werk kommen können, muss es dann eine neue Zufahrtstraße geben, die von der Bundesstraße 75 abgeht." Es sei zu überlegen, ob diese mögliche neue Straße dann bis ins Gewerbegebiet verlängert werden könne. Michael Sarach: "Die Kosten dafür müsste die Stadt wohl bezahlen." Grundvoraussetzung dafür sei aber eine politische Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung.

Trotz derzeit schwieriger Verkehrssituation appellierte Sarach an die Wirtschaftsvertreter, weiter in Ahrensburg zu investieren: "Wir sind bundesweit unter den zehn kaufkräftigsten Städten. Deswegen wollen viele Unternehmen hier expandieren." Jedoch sei das Erschließen neuer Gewerbegebiete kompliziert, da es dafür an ausreichenden Flächen im Stadtgebiet fehle. "Ich werde mich aber für die Wünsche der Wirtschaft einsetzen."

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