B-404-Umleitung

Trittau prüft Lkw-Fahrverbot um Staus zu verhindern

Um Staus auf der B-404-Umleitung zu verhindern, könnte die Polizei auswärtige Fahrer vor dem Ort stoppen. Sondersitzung des Bauausschusses am Donnerstag kommender Woche im Trittauer Rathaus.

Trittau. Politik, Verwaltung, der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr sowie die Polizei wollen in Trittau nun gemeinsam nach Möglichkeiten suchen, die Verkehrsprobleme in der Ortsdurchfahrt in den Griff zu bekommen. Wie berichtet, kommt es nahezu im gesamten Zentrum immer wieder zu Staus, weil die Bundesstraße 404 seit Anfang dieses Monats für ein Vierteljahr voll gesperrt ist; eine der beiden empfohlenen Umleitungen führt mitten durch Trittau hindurch.

Ein möglicher Ansatz: ein grundsätzliches Fahrverbot für Lastwagen. Davon ausgenommen wären nur Anlieger. Denn große Lkw, darin sind sich Beobachter der Lage einig, sind ein wesentlicher Teil des Problems. Kommen zwei einander entgegen, wird's richtig eng, muss mindestens einer von beiden auf den Fußweg ausweichen. Denn Post-, Kirchen- und Bahnhofstraße sind zwar Landesstraßen, mit sechs Meter Fahrbahnbreite aber eigentlich zu schmal für derartigen Begegnungsverkehr.

Eigentlich soll der Schwerlastverkehr weiträumig über die Autobahnen 1 und 24 ausweichen. Doch die Behörden sind machtlos, wenn sich Fahrer dieser Empfehlung widersetzen. "Ein Durchfahrtsverbot ist nicht Teil der derzeitigen Regelung", sagt Bodo Lork vom Trittauer Ordnungsamt. Gleichwohl gebe es die Möglichkeit, ein solches Verbot zu erlassen. "Die Frage ist nur, wie es sich durchsetzen ließe", sagt Lork. Denn Lastwagen in Trittau zu stoppen sei vollkommen kontraproduktiv. "Der Verkehr soll ja fließen, nicht noch zusätzlich aufgehalten werden."

Deshalb soll nun auch eine Idee geprüft werden, die der Bauausschussvorsitzende Jens Hoffmann (CDU) während eines Gesprächs mit den Kaufleutevertretern Angelika Voss und Anne Garber ins Gespräch gebracht hat. Hoffmann: "Es muss Polizeikontrollen auf den letzten Parkplätzen an der B 404 vor der Sperrung geben. Lastwagenfahrer, die nicht nachweisen können, dass sie nach Trittau wollen, müssen zurückgeschickt werden."

Ob solch eine Lösung praktikabel sein könnte, wollen die Politiker mit den Verantwortlichen von Landesbetrieb und Polizei während einer Sondersitzung des Bauausschusses am Donnerstag kommender Woche im Trittauer Rathaus erörtern. Bei diesem Termin will Jens Hoffmann auch eine zweite Idee zur Sprache bringen: Der überörtliche Verkehr könnte über zwei verschiedene Trassen durch den Ort gelenkt werden - in einer Fahrtrichtung weiterhin durch die Haupteinkaufsstraße, in der anderen durch die Gadebuscher Straße. "Die ist schließlich mal als Entlastungsstraße für die Ortsdurchfahrt geplant und gebaut worden", sagt Hoffmann. "Wenn wir sie jetzt nicht nutzen - weshalb trägt sie dann überhaupt diesen Namen?"

Eine Einbahnstraßenregelung strebt er jedoch nicht an. Einheimische sollen weiterhin in jeder Richtung durch jede Straße fahren können. Stormarner werden ab dem Ende der Sommerferien wieder in stärkerem Maße als bisher im Ort unterwegs sein. Weil die Urlaubszeit in anderen Bundesländern aber noch längst nicht zu Ende ist, werden insbesondere an Wochenenden auch weiterhin viele Durchreisende durch Trittau fahren. "Wir müssen sehen, wie sich der Verkehr nach dem 5. August, wenn das neue Schuljahr begonnen hat, entwickeln wird", sagt Bürgermeister Walter Nussel.

Unterdessen wird der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr die nördlichen 1,7 Streckenkilometer der insgesamt 5,1 Kilometer langen Baustelle schon in den kommenden Wochen für den Verkehr freigeben - vorübergehend. Dort wird die Fahrbahn lediglich saniert, weiter südlich hingegen auf drei Spuren erweitert. "Die Sanierung wird früher abgeschlossen sein als die Arbeiten an der Verbreiterung", sagt Jens Sommerburg, Leiter der Behörde in Lübeck. Später, kurz bevor alles fertig ist, werde dann abermals die gesamte Strecke gesperrt: Der Übergang zwischen dem sanierten und dem verbreiterten Abschnitt müsse hergestellt werden. Insgesamt gibt der Bund 5,75 Millionen Euro aus, um die unfallträchtige, von rund 16.000 Autos täglich befahrene B 404 sicherer zu machen: Die neue dritte Spur soll sicheres Überholen erlauben.

Es sind nicht die letzten Bauarbeiten an diesem Abschnitt der Bundesstraße. Schon im kommenden Jahr sollen die Bagger erneut anrollen. "Die Brücke über die Großenseer Straße wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt", sagt Jens Sommerburg. Doch anders als diesmal wird Trittau dann von Durchgangsverkehr verschont bleiben, der Landesbetrieb plant keine erneute Vollsperrung. Jens Sommerburg: "Über Behelfsrampen geht es runter von der B 404 auf die Großenseer Straße. Dort wird eine Kreuzung mit Ampel eingerichtet. Auf der anderen Seite fahren die Autos ebenfalls über Rampen wieder rauf auf die Bundesstraße."