Kommentar

Politik ist kein Kindergarten

Es erinnert ein wenig an früher: Ein Kind schlägt vor, Fangen zu spielen. Die anderen Kinder wollen sich lieber verstecken. Und dann? "Dann spiele ich nicht mehr mit", sagt das erste Kind. So ist es früher im Kindergarten gewesen.

In Witzhave ist nach der Kommunalwahl etwas Ähnliches passiert. Der CDU-Ortsverband hatte Kandidaten aufgestellt, diese erzielten ein schlechteres Ergebnis als bei der Kommunalwahl 2008 und beschlossen daraufhin, gar nicht mehr mitzumachen in der Gemeindevertretung.

Der Vergleich mag provokant sein. Und sicherlich sind die Hintergründe in Witzhave schwer zu beleuchten. Manch einer ist vielleicht enttäuscht, weil er sein Engagement nicht gewürdigt sieht. Ein anderer ist unzufrieden, weil er nicht mehr die gleiche Stimmkraft hat wie bisher. Dennoch: Es gibt Bürger, die die CDU gewählt haben - weil sie von ihren Mitgliedern vertreten werden möchten. Sie sind im Endeffekt umsonst zur Wahl gegangen, ihre Interessen werden womöglich nicht vertreten. Es können nicht mal Wahlversprechen gebrochen werden, weil niemand versucht, sie zu halten. Wie enttäuschend muss das sein für die Wähler?

Einem Kind, das nicht mehr mitspielen will, mögen die Eltern erklären, dass es eben nicht immer so laufen kann, wie das Kind es möchte. Dass auch andere gewinnen. Bei Erwachsenen ist das sicher nicht so einfach, sind die Befindlichkeiten größer, die Enttäuschungen herber. Aber das Prinzip ist das gleiche.