Kommentar

Wenn Stormarner in die Luft gehen

Es war schon etwas Besonderes, etwas, das die üblichen Angebote einer Volksparty überflügelt.

Die Gäste des Ahrensburger Stadtfestes hatten die Möglichkeit, mal so richtig abzuheben - mit einem Helikopter. Etwa 300 Menschen nutzten das Angebot und bekamen eine außergewöhnliche Perspektive auf die Schlossstadt. Doch es ist wie immer eine Frage der Betrachtungsweise. Was die Hubschrauber-Passagiere überwiegend als himmlisches Vergnügen wahrnahmen, ließ bei vielen Anwohnern die Laune nachhaltig abstürzen. Denn der Lärm, den Motor und Rotor des Helikopters entwickeln, kam gar nicht gut an.

Mehr als 250 Ahrensburger machten bei der Polizei ihrem Ärger Luft. Beamte wurden bepöbelt, ihnen wurde sogar vorgeworfen, Geld mit der Luftnummer zu verdienen. Die Stadtverwaltung, die das Spektakel genehmigt und dafür auch eine Gebühr kassiert hatte, reagierte ebenso prompt wie verschreckt. In einer Krisensitzung beschlossen die Behördenmitarbeiter, Hubschrauber-Rundflüge nie wieder zu erlauben.

Sicher wird mit dem Fluglärm die Toleranz der Anwohner, die ein freies Wochenende in gewohnter Stille genießen wollen, auf eine harte Probe gestellt. Mit der Dauerbeschallung, die von den Live-Bühnen kommt, allerdings auch. Und die wird klaglos hingenommen.

Mindestens 363 Tage im Jahr ist es beschaulich - da wäre es schön, wenn die Ahrensburger bei zwei Tagen Lärm gelassen blieben und nicht als Spaßbremse in die Luft gingen.