Sanierung

Ahrensburger Rathaus: Denkmalschutz noch im Juni

Die energetische Sanierung des Ahrensburger Rathauses wird wohl teurer. Insgesamt soll die Sanierung, so die Berechnung der Verwaltung, rund 3,4 Millionen Euro kosten. Politiker sorgen sich um die finanziellen Mittel.

Ahrensburg. Das Ahrensburger Rathaus wird aller Voraussicht nach schon in Kürze unter Denkmalschutz gestellt. "Nach der Kommunalwahl, aber noch vor der Sommerpause" soll die sogenannte Unterschutzstellung vollzogen werden. Das sagte jetzt Astrid Hansen, Mitarbeiterin des Kieler Landesamtes für Denkmalpflege, bei einer Sitzung des Ahrensburger Bauausschusses. Demnach wird das Amt zwischen dem 27. Mai und dem 21. Juni handeln. Für Ahrensburg heißt das, dass geplante Sanierungsmaßnahmen voraussichtlich teurer werden. Allerdings gibt es auch neue Möglichkeiten, Fördergeld zu beantragen.

Astrid Hansen hatte schon Anfang des Jahres begründet, weshalb das - längst nicht bei jedem Ahrensburger beliebte - Rathaus unter Denkmalschutz gehöre. Sie sagte, das Gebäude stehe baulich für die Epoche der Nachkriegszeit, die "Bonner Republik". Es sei "Ausdruck eines sich entwickelnden demokratischen Bewusstseins" im Ahrensburg jener Jahre - damit eine Art modernes Gegenstück zum Schloss. Das Gebäude habe damals bundesweit besondere Beachtung gefunden und sei, anders als andere Nachkriegsbauten, später nicht verändert worden.

Hansen machte jetzt auch deutlich, dass letztlich ihre Behörde über den Denkmalschutz entscheide - und nicht die Stadt. "Wir haben da rechtlich gar keinen Spielraum", sagte sie. Der Wunsch der Kieler Denkmalpfleger sei es aber, dass die Stadt selbst den Antrag auf Unterschutzstellung stellt. "Das wäre ein tolles Signal für die Nachkriegsmoderne in Schleswig-Holstein."

Kommt der Denkmalschutz, dann kommen allerdings auch Kosten auf die Stadt zu. Der Grund: Auflagen des Denkmalschutzes werden spätere Baumaßnahmen komplizierter machen. Und das Rathaus ist stark sanierungsbedürftig, es soll in Sachen Brandschutz und Energie-Effizienz auf den neuesten Stand gebracht werden. Insgesamt soll das sechs Millionen Euro kosten. Wie sich diese Maßnahmen verteuern werden, konnte Astrid Hansen noch nicht sagen.

Achim Keizer, Fachdienstleiter für zentrale Gebäudewirtschaft bei der Stadt, gab dem Abendblatt eine erste Einschätzung. "Meiner Ansicht nach wird die energetische Sanierung teurer", sagte er. Ein Beispiel: Unter anderem soll das Haus neue Fenster bekommen. Die Rahmen sind allerdings aus Mahagoni, hier greift der Denkmalschutz. "Das würde bedeuten, dass wir keine normalen Wärmedämmungsfenster einsetzen können. Wir müssten spezielle, aufwendiger konstruierte Modelle verwenden, die teurer sind", so Keizer. Eine Kostenschätzung wollte er auch nicht abgeben. Insgesamt soll die energetische Sanierung, so die Berechnung der Verwaltung, rund 3,4 Millionen Euro kosten. Woher das Geld dafür kommen soll, ist noch unklar.

Immerhin: Die Brandschutzsanierung, deren Planung schon viel weiter vorangeschritten ist, wird laut Keizer nicht teurer. "Belange des Denkmalschutzes greifen da nicht", sagt er. Der erste Schritt der 2,6 Millionen Euro teuren Sanierung ist der Bau einer Feuertreppe. Der Entwurf wurde jetzt im Ausschuss vorgestellt. Geplant ist demnach, auf der Rückseite des Gebäudes eine Metalltreppe zu bauen. Vom Rathausplatz aus soll sie nicht sichtbar sein. Entgegen einer früheren Planung soll sie kein Treppenhaus mehr bekommen. Das hatte die FDP in einem Antrag gefordert. Das Geld, rund eine Million Euro, ist schon in den Haushalt 2013 eingestellt, die Aufträge sollen in Kürze vergeben werden.

Bleibt die Frage, ob die Stadt nun der Bitte aus Kiel nachkommt, selbst den Denkmal-Status zu beantragen. Der Ausschussvorsitzende Jörg Hansen (Grüne) gab einer verbreiteten Stimmung Ausdruck: "Inhaltlich haben Sie mich überzeugt. Aber ich mache mir Sorgen wegen der Kosten." Auch Susanne Philipp-Richter (CDU) sagte: "Vor so einem Beschluss müssen wir erst wissen, was finanziell auf uns zukommt."

Astrid Hansen sagte, dass es für die Sanierung von Baudenkmälern besondere Fördermittel gebe, etwa vonseiten des Bundes und auch von der Wüstenrot-Stiftung. Sie wolle bei der Beantragung gern helfen. Thomas Bellizzi (FDP), einer der Verfechter eines Abrisses, möchte sich noch nicht geschlagen geben: "Aus unserer Sicht sollte die Verwaltung prüfen, ob die Stadt gegen die Unterschutzstellung klagen kann. Wir verbauen kommenden Generationen alle Möglichkeiten, einmal etwas am Rathausplatz zu ändern."