Kommentar

Junge Leute sind mehr als Noten

Angehende Lehrlinge mit guten Zeugnissen haben in Stormarn mittlerweile die Wahl. Die Zahl der freien Stellen ist groß.

Es liegt daher an den Unternehmen, sich etwas einfallen zu lassen, um Auszubildende anzuwerben. Jobmessen, wie sie sich unter anderem in Bargteheide und Reinbek etabliert haben, gehören dazu. Sie reichen aber schon lange nicht mehr aus, um Jugendliche tatsächlich an die Region zu binden.

Dass schon Kinder als mögliche spätere Auszubildende gewonnen werden können, rückt nach und nach in das Bewusstsein der Unternehmen. Ein Vorzeigebeispiel dafür ist das Planspiel Stormini, bei dem Firmen Kindern eine Woche lang ihre Arbeitswelt näherbringen.

Vor dem Hintergrund, dass sich die Situation am Ausbildungsmarkt schon allein aufgrund des demografischen Wandels so schnell nicht ändern wird, reichen solche Marketingstrategien aber nicht aus. Firmen müssen sich vor allem von dem Gedanken lösen, mittelmäßige Schulnoten als Ausschlusskriterium einzustufen und Bewerber aufgrund ihres Alters auszusortieren.

Stattdessen müssen gerade die scheinbar schwachen Bewerber mit Praktika und enger Betreuung unterstützt werden. So können die jungen Leute nicht nur ihr Potenzial ausbauen und sich als dringend benötigte Fachkräfte beweisen. Langfristig wird durch zufriedene Auszubildende auch das Image eines Unternehmens in der Öffentlichkeit gestärkt. Dann werden weitere Interessenten folgen.