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Konzert im innerdeutschen Niemandsland

Im Sommer 1989 war eine Gruppe Sierakówer auf dem Rückweg nach Polen. Zum Abschied hatten sich die Schönberger eine Überraschung ausgedacht: Heimlich fuhren sie mit dem Auto voraus zur Grenze und hängten an einer Brücke ein Spruchband auf: "do widzenia!" - Auf Wiedersehen.

Als die Sierakówer mit ihrem Bus unter der Brücke hindurchfuhren und den Gruß sahen, wollten sie zum Dank ein Konzert geben. Das Problem: Der Bus befand sich schon inmitten der innerdeutschen Grenzen. Peter Urgien trug die Bitte den Grenzposten vor. Zur Überraschung aller gab es keine Einwände.

Mitten im "Niemandsland", auf einer Nebenstraße der Autobahn, packten die Polen ihre Instrumente aus und gaben ein Konzert für ihre deutschen Freunde. Kassenwartin Ilse Binder denkt mehr als 20 Jahre später noch gern daran: "Bei der Erinnerung bekomme ich noch heute eine Gänsehaut."