Kommentar

Eine kleine Lösung finden

Großhansdorf war auf einem guten Weg.

Die Park-Klinik hat kürzlich ihre Unfallchirurgie eröffnet und arbeitet an einem Kinderwunschzentrum, die LungenClinic lässt derzeit - von Schleswig-Holstein und Hamburg stark gefördert - für 5,9 Millionen Euro einen neuen Funktionstrakt bauen. Man dachte, der medizinische Standort wachse und gedeihe. Nun jedoch ereilt die Gemeinde ein herber Rückschlag. Mit dem dritten Bauabschnitt für das Ärztehaus in Schmalenbeck sollten sich weitere Fachärzte wie ein Augen- oder Hautarzt ansiedeln. Daraus wird nun trotz intensiver Bemühungen und jahrelanger Planung zunächst nichts.

Es ist für die Waldgemeinde vor allem deshalb ein Misserfolg, weil sie sich auf medizinische Dienstleistungen spezialisiert hat. Während Braak oder Siek Gewerbe im großen Stil ansiedeln und Logistikunternehmen, Lebensmittelproduzenten und Handwerksbetriebe mit offenen Armen empfangen, hält sich Großhansdorf vornehm zurück und setzt einzig und allein auf die Medizin - ein schmaler Grat, wie sich nun zeigen könnte.

Offenbar droht durch den zerschlagenen Plan sogar der Wegzug einiger Fachärzte. Denn sie haben den Wunsch geäußert, ihre Praxen zu vergrößern. Laut Investor Florian Köppel beträgt die Wahrscheinlichkeit eines Verlusts sogar 100 Prozent, sollte sich nun gar nichts tun. Und spätestens dann wird aus einem Treten auf der Stelle ein Rückschritt für den gesamten Standort. Die Gemeinde muss nun zumindest eine kleine Lösung finden.