Kommentar

Freiwilligkeit ist Bürgerpflicht

Pflicht ist ein Wort, das in einer liberalen Gesellschaft wie dieser so gar nicht dem Zeitgeist entsprechen will.

Niemand möchte gezwungen werden, etwas zu tun. Jeder setzt lieber auf Freiwilligkeit. Klingt im Prinzip gut.

Nur funktioniert es nicht immer. Was geschieht, wenn sich nicht genug Freiwillige finden, um eine Aufgabe zu erledigen, die aber erledigt werden muss? Mit dieser spannenden Frage setzen sich jetzt die Politiker in Heidekamp auseinander. Es ist ein Dorf, in dem mit Sicherheit jeder gern die Feuerwehr anrufen möchte, wenn sein Haus brennt und wohl besser gelöscht werden sollte. Nur löschen, das möchte niemand selbst.

Und wenn schon der eigene Nachbar sich ebenfalls weigert, könnte dann nicht wenigstens ein Freiwilliger aus dem Nachbarort antanzen?

Nein! Es ist richtig und gut, dass Heidekamps Bürgermeister Sven Müller und sein Wehrführer Stephan Thews dieses beliebte, aber wenig soziale Wegducken vor Aufgaben und Mal-die-anderen-machen-lassen nicht noch befördern, sondern stattdessen lieber die eigene Bevölkerung zum Feuerwehrdienst verpflichten wollen. Dennoch stellt sich die Frage, welchen Erfolg sie damit haben werden. Kaum vorstellbar, dass es nicht möglich sein sollte, sich auf diesem oder jenem Wege der Verpflichtung zu entziehen.

Es geht also nur auf Basis der Freiwilligkeit. Und mancher möge jetzt mal darüber nachdenken, ob es in einer liberalen Gesellschaft nicht auch dann und wann Pflicht sein sollte, etwas freiwillig zu tun.