Kommentar

Kinder müssen toben können

Ob in der Nähe von München, bei Köln oder in Hamburg: Deutschlandweit klagen Nachbarn gegen bestehende oder geplante Kindergärten. In anderen Orten liegen die teuersten Sportplätze brach oder können nur sehr eingeschränkt genutzt werden, weil Nachbarn gerichtlich gegen die Vereine vorgehen. Nicht selten sind es neu hinzugezogene Menschen, die ihre Ruhe haben wollen. Dabei sollte jedem klar sein: Wer sich ein Grundstück oder ein Haus in der Nähe von Einrichtungen wie Schulen, Sportanlagen oder Kindergärten kauft, kann nicht erwarten, dass es dort so leise wie neben einem Friedhof ist.

In Trittau herrscht seit mittlerweile mehr als einem Jahrzehnt Nachbarschaftskrieg um einen Spielplatz. Es sollte unstrittig sein, dass Spielplätze nun mal in Neubau- und nicht in Gewerbegebiete am Ortsrand gehören. Auch Ärzte fordern immer wieder, dass sich Kinder viel mehr bewegen müssen. Doch wo sollen sie das tun, wenn nicht auf Spielplätzen. Die Flächen bieten zudem weit mehr als Geräte, an denen sich Kinder austoben können. Dort lernen sich Familien kennen, Groß und Klein knüpfen Freundschaften. Das wiederum stärkt den Zusammenhalt im Viertel. Selbstverständlich müssen Kinder auch zur Rücksichtnahme erzogen werden und sich an Regeln halten.

Wer mit allen Mitteln Spielplätze verhindern will, hat in seiner Kindheit vielleicht nicht das Glück gehabt, unbeschwert vor der Haustür spielen zu können. Eins sind die Kläger aber bestimmt nicht: als Erwachsene auf die Welt gekommen.