Kommentar

Finanzplanung ist zu kurzsichtig

Viel müssen sie aushalten - unsere Straßen. Frost, Hitze und immer schwerere Lastwagen. Zudem werden sie alle paar Jahre aufgerissen, um neue Stromkabel oder Internetleitungen verlegen zu können. Notdürftig repariert, sehen viele aus wie Flickenteppiche. Mit der Zeit entstehen Buckelpisten mit tiefen Schlaglöchern. Doch auch leere öffentliche Kassen setzen unseren Straßen zu. Es fehlt schlicht das Geld, die Kraterlandschaft im Asphalt zu beseitigen.

Das liegt vor allem an einer kurzsichtigen Haushaltsplanung. Wer eine neue Straße baut, muss wissen, dass er über die Jahre Geld beiseite legen muss, um sie auch instand zu halten. Die Folgekosten müssen im Blick behalten werden. Doch was jedes gut geführte Unternehmen macht, war der Verwaltung bis vor Kurzem fremd - oder ist es ihr noch immer. Öffentliche Haushalte wurden oder werden kameralistisch aufgestellt. Wertverluste und Verschleiß fallen damit häufig einfach unter den Tisch. Abschreibungen auf neu gebaute Straßen werden nicht gemacht. Es fehlt an Finanzplänen, die über ein Jahr hinausgehen. Wen wundert es da, dass nun kein Geld für die Sanierung der Straßen da ist?

2011 forderte ein Straßenbauexperte für den Ahrensburger Haushalt eine fixe Summe, die jedes Jahr für die Instandhaltung des städtischen Straßennetzes bereitgestellt werden müsse. Er nannte eine Summe von vier Millionen Euro. Auch sagte er, welche Summe die Stadt tatsächlich durchschnittlich pro Jahr ausgibt: 1,1 Millionen.