Famila und Aldi ziehen um

Fachmarktzentrum für Ahrensburg

Politik in Ahrensburg nickt die Umzugspläne von Famila und Aldi ab. Verwaltung äußert Bedenken wegen der Verkehrsentwicklung.

Ahrensburg. Mit einem klaren Signal haben die Investoren eines geplanten Fachmarktzentrums an der Straße Kornkamp-Süd im Gewerbegebiet die jüngste Sitzung des Ahrensburger Bauausschusses verlassen können. In seltener Einmütigkeit befürworteten Vertreter der verschiedenen Fraktionen das Vorhaben des Einzelhandelsunternehmen Famila und des Projektentwicklers Henrik Aldinger aus Berlin. Danach soll der Famila-Markt von seinem Standort am nördlichen Ende der Straße Kornkamp an den Kornkamp-Süd ziehen - Aldi und das Futterhaus ebenfalls. Neu hinzu käme eine Filiale des Möbelhauses Knutzen Wohnen. Famila erhofft sich durch den Umzug eine angestrebte Modernisierung des Konzeptes und eine bessere Erreichbarkeit.

Ursprüngliche Pläne mit einem deutlich größeren Fachmarktzentrum, mit denen Aldinger zunächst ins Rennen gegangen war, sind dagegen vom Tisch. Noch am Tag vor der Sitzung hatte Christian Lahrtz, Geschäftsführer von Famila, bei den Fraktionen für seine Pläne geworben. Mit Erfolg. Vertreter aller Parteien befürworten eine Verlagerung des Einzelhandels an den Kornkamp-Süd.

Bedenken gegen die verkleinerten Pläne äußerten Vertreter der Verwaltung. "Uns liegen die aktuellen Planungen noch nicht vor", sagte Stefanie Mellinger vom Bauamt. Es gelte, die Auswirkungen auf den Verkehr zu berücksichtigen. Stefan Schott, Leiter des Fachdienstes Straßenwesen, sagte: "Wir haben an Kreuzungen wie Lübecker Straße/Weinberg bereits keinen Puffer mehr, und der Einzelhandel wird mehr Verkehr erzeugen als etwa eine Schlosserei oder ein Bürogebäude." Für einen Umbau der Straßen müsse man mit einer sechsstelligen Summe rechnen, so Schott. Auch Christiane Link, bei der Stadt für die Wirtschaftsförderung und die Gewerbeansiedlung zuständig, bat darum, mit einem Beschluss noch zu warten.

Dem folgte jedoch die Mehrheit der Ausschussmitglieder nicht. Drei wünschten sich eine Vertagung des Beschlusses, damit sich die Verwaltung noch auf den laufenden Stand bringen könnte. Inhaltlich gab es dagegen keine Bedenken.

Rädelsführer für eine schnelle Abstimmung waren Rafael Haase (SPD) und Tobias Koch (CDU). Der Fraktionschef der Christdemokraten sagte: "Die vorhandenen Verkehrsprobleme sind unabhängig zu sehen von diesem Vorhaben. Allein durch die Verlagerung der Unternehmen werden sie sich nicht großartig verschärfen." Haase sagte: "Nach einer langen Aussprache in der Fraktion haben wir uns für die Pläne ausgesprochen. Doch wer A sagt, muss auch B sagen - und das B ist die Nordtangente."

Bei den Investoren sorgten die Bedenken der Verwaltung für Unverständnis. "Ich war schon etwas enttäuscht über die Bemerkungen von Verwaltungsseite", sagte Henrik Aldinger nach der Sitzung. In Besprechungen sei signalisiert worden, dass der Verkehr kein K.-o.-Kriterium sei. Aldinger: "Bei den weiteren Planung werden natürlich noch einmal die Auswirkungen auf den Verkehr geprüft. Aber es ging doch jetzt nur um den politischen Willen in der Sache."

"Ich bin froh über den klaren politischen Willen", sagte Christian Lahrtz. Das Handelsunternehmen hat bereits ein 48.000 Quadratmeter großes Gelände erworben, um den Umzug zu realisieren. Damit verkleinert sich das gesamte Projekt um rund 25.000 Quadratmeter. Nicht mehr interessiert am neuen Standort ist der Hagebaumarkt, der sich ebenfalls modernisieren und vergrößern möchte. Dafür will das Unternehmen Knutzen Wohnen auf einer Verkaufsfläche von rund 4000 Quadratmetern Bodenbeläge, Möbel, Teppiche sowie Farben und Tapeten anbieten. Es ist das einzige Geschäft, das neu nach Ahrensburg kommt. "Wir wollen damit eine Lücke im Angebot in Ahrensburg schließen", sagte Geschäftsführer Hauke Knutzen auf Nachfrage dieser Zeitung. Mit zusätzlichem Verkehr durch die Neuansiedlung seines Unternehmens rechne er nicht. In der Filiale dürfen jedoch nur auf fünf Prozent der Verkaufsfläche Produkte angeboten werden, die durch das kürzlich beschlossene Einzelhandelsgutachten als innenstadtrelevant klassifiziert wurden. Dazu gehören etwa Heimtextilien wie Handtücher oder Bettwäsche. Knutzen: "An die Vorgaben werden wir uns halten."

In der Sitzung wurde auch das endgültige Aus für die Ansiedlungspläne des Elmshorner Unternehmens Teppich Kibek besiegelt. Einstimmig lehnten die Mitglieder des Ausschusses das Vorhaben von Kibek ab, an der Autobahn 1 ein Fachmarktzentrum unter anderem mit einem Elektronikmarkt und einem Sportgeschäft zu eröffnen. Die Sortimente stünden nach Meinung der Politiker im Widerspruch zum Einzelhandelskonzept. Mit ihm will die Stadt den Einzelhandel im Zentrum schützen. Dem Vorhaben von Frank Sachau, Geschäftsführer von Teppich Kibek, waren zuletzt bereits kaum noch Chancen eingeräumt worden. Der Unternehmer war gar nicht erst zu der Sitzung des Bauausschusses erschienen.