Kommentar

Das Gebot der Fairness achten

Zehn Gebote bilden das Fundament christlicher Gemeinschaft. Und was ist mit dem Gebot der Fairness? Das ist offenbar eins zuviel. Der Geschäftsführende Ausschuss des Ahrensburger Kirchengemeinderats hat die Haushaltsberatungen für morgen auf die Tagesordnung gesetzt. Es geht um den Beschluss, Pastorat und Gemeindehaus zu verkaufen, um das Loch in der Kirchenkasse zu schließen. Und das, obwohl 700 Unterschriften und der Antrag von Gemeindemitgliedern vorliegen, diese Beratungen auszusetzen, eine Gemeindeversammlung einzuberufen und alle Beteiligten über den Sachstand und die Pläne zu informieren. Mit dem Ziel, gemeinsam vielleicht doch noch einen anderen Ausweg zu finden oder die Folgen der prekären Haushaltslage zumindest für die Kirchengruppen zu mindern. Ist das zuviel verlangt?

Stellen wir uns die umgekehrte Situation vor: Die Kirche beschließt, das Gemeindehaus zu verkaufen - und niemand nimmt Notiz davon. Nach dem Motto: "Na und." Wäre das die angemessenere oder eventuell sogar die genehmere Reaktion? Die Verantwortlichen sollten froh sein, so aktive Mitglieder zu haben, die für ihre Kirche kämpfen, für die Kirche immer noch Hort und Zuflucht ist.

Wenn die Kirchenverfassung vorsieht, dass Mitglieder einen Antrag auf eine Gemeindeversammlung stellen können, dann sollte dieser Weg beschritten werden - und zwar vor der Entscheidung. Sonst wird Demokratie in der Kirche zur Farce. Wie steht es im jüngsten Kirchenblatt: Gemeinde sei keine Dienstleistungsagentur. Es gehe um Nehmen und Geben. "Denn WIR alle sind Gemeinde". Wenn das keine leeren Worthülsen sein sollen, muss auch danach gehandelt werden.