Reinbek

St. Adolf-Stift eröffnet neue Notaufnahme

Für die Unfallchirurgie hat die Klinik rund 900.000 Euro investiert. Nach sieben Monaten Bauzeit beginnt am Mittwoch der Betrieb.

Reinbek. Nach sieben Monaten Bauzeit nimmt die neue chirurgische Notfallaufnahme im Reinbeker Krankenhaus St. Adolf-Stift am morgigen Mittwoch ihren Betrieb auf. Schnittwunden, Knochenbrüche, starke Bauch- oder Gefäßschmerzen werden in den neuen Räumen im Erdgeschoss der Klinik behandelt. "Mit dem Umbau haben wir zwischen 30 und 50 Quadratmeter gewonnen", sagt Lothar Obst, kaufmännischer Direktor des Krankenhauses. Die neue Abteilung ist etwa 340 Quadratmeter groß. Die beiden sogenannten Schockräume sind mit 30 Quadratmetern viel größer als zuvor.

"Damit erfüllen wir jetzt Richtlinien für ein Traumanetzwerk", sagt Thomas Gienapp, Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie. Wegen der geografischen Lage sei das St. Adolf-Stift an das Traumanetzwerk Hamburg angeschlossen. Zwölf Krankenhäuser der Hansestadt und in der Region sind darin aufgenommen. Arbeitsabläufe, spezielle Weiterbildungen für Ärzte und Pfleger und die Ausstattung der Räume müssen den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) entsprechen. "Dabei spielt die Größe der Räume eine entscheidende Rolle. Wenn wir beispielsweise nach einem Verkehrsunfall einen schwerverletzten Patienten bekommen, arbeiten oft bis zu fünf Mediziner und Helfer an dem Verletzten. Entsprechend groß müssen die Räume sein", so der Leiter der Chirurgischen Notfallaufnahme.

Damit die Reinbeker Klinik das Zertifikat bekommt, musste sie auch das sogenannte Traumahandy einführen. "Damit ist gesichert, dass der Disponent von der Rettungsleitstelle, der auf der Suche nach einem Platz für einen Patienten ist, immer einen Arzt der Abteilung erreicht", sagt Gienapp. Neben den beiden Schockräumen, in denen kleinere Operationen durchgeführt werden können, hat die neue Notfallaufnahme einen Gipsraum sowie drei Behandlungszimmer. Der Umbau und die Einrichtung haben rund 900.000 Euro gekostet.

Rund 20.000 Patienten werden jährlich in der chirurgischen Notfallaufnahme versorgt. Die meisten haben nur kleinere Schnittverletzungen oder Brüche, die ambulant versorgt werden. Etwa 2500 Patienten werden nach der Erstversorgung in der Notfallaufnahme stationär aufgenommen.

Die Ausstattung in den neuen Räumen ist ebenfalls von der DGU vorgeschrieben. Spritzen, Scheren und anderes Behandlungs-Besteck und -Material müssen an einem bestimmten Platz oder Schrank liegen. Dafür ist Gisela Kripgans verantwortlich. Sie ist die Teamleiterin des Pflegepersonals in der chirurgischen Notaufnahme. Gemeinsam mit ihren Kollegen wird sie den Umzug aus der alten Abteilung im dritten Stock des Hauses ins Untergeschoss begleiten. Weil die Notaufnahme rund um die Uhr geöffnet ist, wird der Umzug in der Nacht zu Mittwoch stattfinden. "Zwischen 6 Uhr morgens und 20 Uhr haben wir die meisten Notfälle. In der Nacht sind es zwischen einem und zehn", sagt Mathias Mühlhäuser, Oberarzt der Unfallchirurgie. Während des Umzugs werden Rettungswagen die chirurgische Notaufnahme nicht anfahren und Patienten in die umliegenden Krankenhäuer bringen. Die internistische Notaufnahme, in der Herzinfarkt- oder Schlagfall-Patienten aufgenommen werden, ist davon nicht betroffen. Sie ist eine eigenständige Abteilung und befindet sich in der Medizinischen Klinik des Krankenhauses.

Mit der chirurgischen Notfallaufnahme ist die vorerst letzte geplante Modernisierung abgeschlossen. Im Jahr 2007 begann das Krankenhaus mit den 16 Millionen teuren Baumaßnahmen. Es entstanden eine neue OP-Abteilung, Rettungswache, Frauenklinik, Krankenhausküche und Parkpalette.