Kommentar

Zeichen setzen - aber welches?

Oststeinbeks neuer Bürgervorsteher soll es richten - das Verhältnis zwischen Politikern und neuer Bürgermeisterin. Das meint zumindest die SPD-Fraktion. Ihre Vertreter trauen genau das dem erst 29 Jahre alten CDU-Kandidaten Hendrik Maier nicht zu. Der ist zugegebenermaßen recht jung. Er ist aber auch ein Unterstützer der Bürgermeisterin Martina Denecke. Mit ihr begann nicht nur ein Generationenwechsel in der Südstormarner Gemeinde. Sie pflegt auch einen deutlich anderen Stil im Umgang mit der Politik als ihr Vorgänger. Während Karl Heinz Mentzel für die Gemeindevertreter alles plante, sodass die, so sanft geleitet, nur noch zu entscheiden hatten, verlangt die Neue der Politik einiges mehr ab.

Während ihr die CDU hier folgt, sperrte sich die SPD von Anfang an gegen die neue Bürgermeisterin, die den SPD-Kandidaten Kai Riebesel aus dem Rennen geschlagen hatte. Keine Sitzung vergeht ohne verbale Spitze in ihre Richtung, oft genug auch mit entsprechender Replik. Die Stimmung ist angespannt im Rathaussaal.

Mit der Enthaltung in der Bürgervorsteherwahl wolle man nun ein Zeichen setzen, sagt Fraktionschefin Irene Kastner. Die Frage ist: welches Zeichen? Dass man einem jungen Politiker nicht zutraut, sich in ein repräsentatives Amt einzuarbeiten? Das wäre ein falsches Zeichen, wenn die Politik doch sonst nach den Jüngeren ruft und sie mehr in die Verantwortung nehmen will. Bürgermeisterin Martina Denecke bittet in der aktuellen Ausgabe der Gemeindezeitung: " Mit dem Weihnachtsfest werden die Tage heller. Geben wir uns die nötige Zeit, gegenseitig unsere hellen Seiten kennenzulernen." Das wäre auch ein Zeichen, das Oststeinbek heute setzten könnte.