Stormarn
Kommentar

Karten gehören auf den Tisch

Das Ausflugslokal Zur Corbek und der Großenseer Kulturwinter sind Vergangenheit. Was kommt nun? Es gibt einen neuen Pächter und ein neues Konzept.

Das hat der Gemeinderat in einer Art Hauruckaktion durchgewinkt. Die Bürger hatten keine Chance, mitzureden. Ihr Protest verhallte. Doch ihr Unmut keimt weiter.

Schuld sind die Geheimniskrämer im Gemeinderat. Und auch der neue Betreiber schweigt sich aus über seine Pläne. Die Bürger fragen nach dem Warum, bekommen aber keine Antworten. Einzelheiten aus dem Konzept kennt nur der Gemeinderat. Der Bürgermeister liefert eine kuriose Begründung: Die Medien hätten Partei für die ehemalige Pächterin ergriffen und es dem Nachfolger dadurch nicht leicht gemacht. Das neue Konzept sei jung, attraktiv und werbewirksam für den Ort.

Die Großenseer würden gern ihr eigenes Urteil fällen. Mag sein, dass sie zur gleichen Einschätzung kämen wie ihre Kommunalpolitiker. Dazu aber müssten alle endlich mit offenen Karten spielen. Solange sich die Verantwortlichen verweigern, darf sich niemand wundern, dass die Bürger in Sorge um das beliebte Strandbad sind. Wer dumm gehalten wird, mutmaßt schnell, dass mit gezinkten Karten gespielt wird.

Es ist verständlich, dass viele Großenseer am Bewährten festhalten möchten, weil sie das Neue nicht kennen und ihm deshalb misstrauen. Es wäre die Aufgabe des Gemeinderats, den Menschen die Angst davor zu nehmen. Das hat er bislang versäumt.