Stormarn
Kommentar

Keine Angst vor Zahlen

Gewalt und Strafdelikte an Schulen - ein Thema bei dem viele Direktoren und Lehrer nach außen hin abwinken.

Schnell heißt es: Solche Probleme gäbe es nicht. Der Realität entspricht diese Aussage aber bei weitem nicht immer. Das Schweigen trägt lediglich dazu bei, dass Außenstehende von den Problemen in einer Schule erst dann etwas mitbekommen, wenn es bereits zu spät ist.

Die Stormarner FDP plädiert für eine statistische Erfassung der Strafdelikte an den Schulen im Kreis. Die Schulen sollen verpflichtet werden, alle Übergriffe zu melden. Häufungen von Gewalttaten und negative Entwicklungen ließen sich so auf einen Blick erkennen. Generell eine gute Idee, denn dadurch wäre ein schnelles Eingreifen von außen möglich. Manch eine Eskalation ließe sich vielleicht vermeiden, wenn rechtzeitig ein Sozialarbeiter geschickt werden würde.

Die ganze Idee funktioniert aber nur, wenn sich die Schulen darauf einlassen und den Nutzen erkennen. Denn eine Statistik, die von den Schulen geschönt und damit verfälscht wurde, hilft niemandem weiter. Noch ist es wohl die Angst um den guten Ruf, die die Verantwortlichen dazu bringt, ausschließlich intern nach Lösungen zu suchen und darauf zu hoffen, dass alles gut ausgeht.

Aber auch die Politik ist in der Pflicht: Sie muss nicht nur Statistiken fordern, sondern auch Stellen für Sozialarbeiter schaffen, die im Notfall schnell eingreifen können.