Stormarn
Kommentar

Organspende erleichtern

Deutschland braucht endlich eine Gesetzesänderung. Denn bei uns muss jeder Mensch einer Organentnahme ausdrücklich zustimmen.

Dabei kann ein Spender bis zu sieben Menschen das Leben retten. Herz, Niere, Lunge, Dünndarm und die Bauchspeicheldrüse können nach dem Tod anderen Menschen ein neues Leben ermöglichen. Eine Leber kann sogar geteilt werden und gleich zwei Patienten auf der Warteliste helfen. Und diese Warteliste in Deutschland ist lang. Auf der anderen Seite gibt es viel zu wenig Organspender. Eine permanente Mangelverwaltung. Etwa 4500 Transplantationen registrieren die Kliniken im Jahr. Doch rund 12 000 Menschen hoffen auf ein lebensrettendes Organ.

Im Notfall möchte fast jeder Deutsche ein Spenderorgan haben. Einen Spenderausweis hat allerdings nur jeder Sechste in der Tasche.

Anders ist es zum Beispiel in Spanien: Dort können Organe von Toten jederzeit entnommen werden, wenn dem zuvor nicht explizit widersprochen wurde. Deshalb ist die Zahl der für Transplantationen zur Verfügung stehenden Organe auch deutlich größer als in Deutschland.

Wie die Gesetzeslage auch sein mag: Sie entbindet jeden Einzelnen nicht von der moralischen Verpflichtung, darüber nachzudenken, ob er nach dem Tod Teile seines Körpers für andere Menschen zur Verfügung stellen will. Diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten.