Stormarn
Nein zu Vandalismus

Barsbütteler Schüler kämpfen gegen Schmiererei

In einer Projektwoche beschäftigen sich die Schüler der Klasse 10 c der Integrierten Gesamtschule (IGS) Barsbüttel mit diesem Thema.

Sie beteiligen sich damit an dem bundesweiten Schülerwettbewerb zur politischen Bildung 2009. "Das Thema hat uns interessiert, weil wir so etwas oft selbst erleben", sagt Schülerin Anna Schönfeld. Ihr Mitschüler Jannis Radtke ergänzt: "Das geht uns alle an, schließlich wollen wir in einer sauberen und schönen Umgebung leben." Die beiden moderierten eine Gesprächsrunde, zu der die Klasse Vertreter der Polizei, der Feuerwehr, des Bauhofes und der Politik eingeladen hatte.

Die Jugendlichen stellten zunächst die Ergebnisse ihrer Recherche zum Vandalismus in Barsbüttel vor. "Wir haben etwa 100 Menschen in allen Stadtteilen befragt", sagt Anna Schönfeld. Ihre Frage: Wie würden Sie reagieren, wenn Sie Vandalismus beobachten? Die Meisten hätten gesagt, sie würden eingreifen oder die Polizei rufen, sagt die 16-Jährige. "Wir bezweifeln aber, dass wirklich so viele etwas tun würden." Auch Guido Pauli von der Barsbütteler Polizei sagt: "Wir bekommen recht selten solche Anrufe." Wenn Anzeige erstattet werde, gehe es meistens um beschädigtes Privateigentum. "Bei uns werden oft Schäden an Autos gemeldet, zum Beispiel zerkratzter Lack, abgetretene Außenspiegel oder zerstochene Reifen." Jährlich entstehe so ein Schaden in Höhe von etwa 30 000 Euro. Wenn allerdings Bushaltestellen, Mülleimer oder Parkbänke demoliert würden, werde selten Anzeige erstattet.

Das beschädigte Gemeindeeigentum reparieren die Mitarbeiter des Bauhofes. "Wir erleben das täglich", sagt Mario Thiessen. Ein Viertel der Arbeitszeit seiner Mitarbeiter gehe dafür drauf, um Folgen von Vandalismus zu beseitigen. "In Willinghusen wurde allein im vergangenen Jahr fünfmal ein Bushäuschen komplett zerstört", berichtet der Bauhof-Chef.

Besonders schlimm sei es nach Festen, bei denen viel Alkohol getrunken werde. "Dann sind viele Haltestellen beschmiert, Papierkörbe zertreten und Bänke zerstört." Bis zu 20 000 Euro koste das die Gemeinde pro Jahr.

Dass Alkohol ein Problem sei, bestätigt Guido Pauli. "Betrunkenen Jugendlichen ist es eher gleichgültig, wenn sie Eigentum der Gemeinde zerstören." Auch Langeweile spiele eine Rolle, wenn die zumeist 14- bis 23-Jährigen randalierten. "Leider stoßen wir auch bei den Eltern nicht selten auf Desinteresse", sagt Pauli.

Die Schüler der 10 c wollten bei ihrer Befragung außerdem wissen, wie Vandalismus verhindert werden könne. "Viele Leute haben gesagt, es müsse mehr Polizeistreifen geben", berichtet Jannis Radtke. Zudem seien mehr Angebote für Jugendliche gefordert worden.

Für eine Mischung aus Prävention und Sanktionen ist auch Martin Habersaat, demnächst Landtagsabgeordneter der SPD. "Vandalismus ist ein Zeichen, dass nicht genug für Jugendliche getan wird." Die Schüler hoffen nun, mit ihrem Projekt eine Klassenreise zu gewinnen.