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Ahrensburg: Bruno-Bröker-Haus wird umgebaut

| Lesedauer: 3 Minuten
Janina Dietrich
Das Bruno-Bröker-Haus steht auf dem Stormarnplatz: Ein großer Teil des Gebäudes wurde in den 1950er-Jahren errichtet.

Das Bruno-Bröker-Haus steht auf dem Stormarnplatz: Ein großer Teil des Gebäudes wurde in den 1950er-Jahren errichtet.

Foto: Birgit Schücking

Das Ahrensburger Jugendzentrum soll für 2,9 Millionen Euro modernisiert werden. Umkleideräume verschwinden. Baubeginn könnte 2022 sein.

Ahrensburg.  Seit mehr als 60 Jahren wird das Bruno-Bröker-Haus auf dem Stormarnplatz in Ahrensburg als Jugendzentrum genutzt, den ältesten Teil des Gebäudes gibt es deutlich länger. Er stammt nach Rathausangaben wohl aus der Zeit der Wende zum 20. Jahrhundert. Nun soll das Haus, das nicht unter Denkmalschutz steht, auf einen zeitgemäßen Stand gebracht werden.

Seit einem Jahr plant ein Team von Ingenieuren, Architekten und anderen Fachleuten die Sanierung und den Umbau des Gebäudes. Im Sozialausschuss hat die Verwaltung jetzt einen Zwischenbericht vorgelegt. „Das Gebäude wurde fortlaufend baulich unterhalten, weist aber dennoch in allen Bereichen einen erheblichen allgemeinen altersbedingten Sanierungsstau auf“, heißt es in dem dreiseitigen Dokument. Mängel wurden unter anderem beim Dach, der Dämmung, dem Brandschutz, den technischen Anlagen und sämtlichen Oberflächen im Innenbereich festgestellt.

Bei Untersuchung wurden Schadstoffe gefunden

„Die Gebäudesubstanz wird grundsätzlich als sanierungsfähig und vor allem vor dem Hintergrund der Historie auch als sanierungswürdig angesehen“, sagt Achim Keizer, Fachdienstleiter der Zentralen Gebäudewirtschaft. Geplant ist unter anderem eine energetische Sanierung: Die Wärmedämmung soll verbessert, die Heiztechnik erneuert und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach installiert werden.

„Als innovatives Projekt haben wir eine Holzpelletheizung vorgesehen“, sagt Keizer. Die Pellets sollen in einem Erdtank unter dem Basketballplatz gelagert werden. Ein Fachplaner kommt zu dem Ergebnis, dass die technischen Anlagen nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprechen und größtenteils in einem schlechten Zustand sind. Sie sollen komplett erneuert werden.

Zudem wurde das Gebäude auf Schadstoffe untersucht. Das Resultat: „Bis auf kleinere Funde, zum Beispiel ein asbesthaltiger fest gebundener Lüftungskanal und schadstoffhaltiger Bitumenkleber unter dem Parkett, waren die Befunde unauffällig und stellen für den jetzigen Betrieb keine Gesundheitsgefährdung dar.“ Der Parkettboden soll laut Keizer wegen der Schadstoffe teilweise herausgerissen werden.

Alte Umkleideräume sollen verschwinden

Beim Thema Barrierefreiheit weist das alte Gebäude viele Mängel auf. Zur Verbesserung soll eine barrierefreie Toilette im Erdgeschoss eingebaut werden, zudem sollen Durchgänge und Bewegungsflächen verbreitert werden. „Wir wollen, dass auch der linke Gebäudeteil für Rollstuhlfahrer nutzbar wird, so wie es der große Saal bereits ist“, sagt Achim Keizer. Das Obergeschoss wird allerdings auch nach dem Umbau nicht barrierefrei zu erreichen sein.

Die alten Umkleiden der Sportvereine sollen verschwinden. Die stark sanierungsbedürftigen Räume befinden sich im Erdgeschoss des linken Gebäudeflügels. Der Plan, dort Wohnungen für Gaststudenten zu errichten, wurde laut Doris Brandt (CDU) verworfen. Stattdessen soll der Platz für die Jugendarbeit genutzt werden. Die Vorsitzende des Sozialausschusses sagt: „Es gibt so viele Menschen, die das Haus nutzen. Wir freuen uns, dass wir mit der Sanierung ein Stück altes Ahrensburg erhalten.“

Stadt will nun Förderung beim Land beantragen

Die Verwaltung schätzt die Kosten für den Umbau auf 2,9 Millionen Euro. Das Innenministerium hat der Stadt bereits 2019 mitgeteilt, dass für das Projekt eine Förderung von bis zu 90 Prozent über den Investitionspakt „Soziale Integration im Quartier“ in Betracht kommt. „Wir wollen in der nächsten Woche einen Förderantrag stellen“, sagt Keizer. Der weitere Zeitplan hängt davon ab, wie schnell eine Förderzusage aus Kiel kommt. „Die restliche Summe müssen wir selbst finanzieren und im Herbst für den Haushalt 2022/23 einplanen“, sagt Brandt. „Wenn alles nach Plan läuft, hoffen wir, bereits 2022 mit der Sanierung starten zu können.“

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