Stadtentwicklung

Ahrensburg: So weit sind die Planungen für die Alte Reitbahn

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Janina Dietrich
Der Investor hat inzwischen eine detaillierte Planung des Bauvorhabens an der Alten Reitbahn im Rathaus vorgelegt. Geplant sind knapp 60 Wohnungen, ein Edeka-Markt und eine Tiefgarage.

Der Investor hat inzwischen eine detaillierte Planung des Bauvorhabens an der Alten Reitbahn im Rathaus vorgelegt. Geplant sind knapp 60 Wohnungen, ein Edeka-Markt und eine Tiefgarage.

Foto: LH Architekten

Auf dem Areal sollen Wohnungen, ein Edeka-Markt und eine Tiefgarage entstehen. Baubeginn ist frühestens in der zweiten Jahreshälfte.

Ahrensburg. Es ist eines der umstrittensten Bauvorhaben in Ahrensburg: das Projekt Alte Reitbahn. Am Mittwoch, 17. März, beschäftigt sich erneut der Bau- und Planungsausschuss mit dem Thema. Denn die Verwaltung schlägt vor, die Zahl der Sozialwohnungen auf 13 zu reduzieren. Die Politiker hatten ursprünglich beschlossen, dass mindestens 15 der knapp 60 geplanten Wohnungen öffentlich geförderte Einheiten sein sollen.

„Diese Forderung hatte der Investor bei seiner Planung auch umgesetzt“, sagt Bauamtsleiter Peter Kania. Bei einer internen Diskussion im Rathaus mit dem Fachdienst Soziale Hilfen habe sich aber herausgestellt, dass die Größe der vorgesehenen Sozialwohnungen nicht dem tatsächlichen Bedarf entspricht. Benötigt werden demnach in Ahrensburg vor allem kleine Wohnungen für Singles sowie sehr große Wohnungen für Familien.

Danach soll ein Kino an der Bahnhofstraße gebaut werden

Das Problem: Laut Verwaltung gibt es im Stadtgebiet kaum Sozialwohnungen für fünf bis sechs Personen. Deshalb habe der Investor vier kleine bis mittlere Einheiten zu zwei großen Wohnungen mit 88 bis 100 Quadratmeter Wohnfläche zusammengelegt. Die Folge sei, dass dadurch nur noch 13 Sozialwohnungen in dem Gebäudekomplex auf der nördlichen Seite des 6000 Quadratmeter großen Geländes Platz hätten. „Die Größen der Wohnungen entsprechen nun aber dem tatsächlichen Bedarf“, sagt Kania. Nach Angaben des Fachdienstes Soziale Hilfen standen im vergangenen Jahr 123 Haushalte mit einem Berechtigungsschein auf der Warteliste für eine Sozialwohnung in Ahrensburg.

An den übrigen Plänen des Investors, der Bremer Melchers-Gruppe, habe sich nichts geändert. Das Unternehmen habe in den vergangenen Monaten aus seinen Entwürfen detaillierte Pläne erstellt, die mittlerweile im Ahrensburger Rathaus vorliegen. „Wir sind dabei, sie intern abzustimmen“, sagt Kania.

Auf dem Gelände, das derzeit noch als öffentlicher Parkplatz genutzt wird, sollen knapp 60 Wohnungen entstehen. Die Gebäude haben unterschiedliche Höhen mit bis zu vier Geschossen. Zudem sind eine Tiefgarage mit zwei Ebenen und rund 200 Stellplätzen sowie Flächen für einen Edeka-Markt vorgesehen.

Verwaltung: „Wir liegen im Zeitplan“

Letzterer soll von der Bahnhofstraße umziehen, um dort Platz für ein Kino mit sechs Sälen und bis zu 700 Sitzplätzen zu machen. Auf dem 4500 Quadratmeter großen Grundstück, das der Melchers-Gruppe bereits seit Längerem gehört, sollen auch 38 kleinere Wohnungen sowie eine Tiefgarage mit etwa 75 Plätzen entstehen. Die Bauarbeiten werden dort aber erst beginnen, wenn das Vorhaben an der Alten Reitbahn abgeschlossen ist.

Bauamtsleiter Peter Kania rechnet damit, dass der Investor noch in diesem Jahr Baurecht bekommen wird. Eine konkrete zeitliche Prognose wolle er auch angesichts der Corona-Pandemie nicht abgeben. Derzeit wird ein vorhabenbezogener Bebauungsplan für das Areal an der Stormarnstraße aufgestellt. „Wir liegen dabei im Zeitplan“, sagt Kania. „Aktuell bereiten wir das Auslegungsverfahren vor. Wir wollen möglichst frühzeitig in die Öffentlichkeitsbeteiligung gehen, um das Projekt dann auch abschließen zu können.“

Pläne werden einen Monat lang ausgelegt

Einen Monat lang werden die Pläne öffentlich einsehbar sein. Bürger, Träger öffentlicher Belange, Interessensgruppen und Verbände können Einwände, Anregungen und Stellungnahmen abgeben. „Anschließend müssen diese abgearbeitet werden“, sagt Peter Kania.

Parallel dazu bereitet die Verwaltung einen Vertrag mit dem Investor vor, um die Pläne für das Grundstück festzuhalten. Das sei ebenfalls Bestandteil des B-Plan-Verfahrens. Im letzten Schritt liegt die Entscheidung wieder bei der Politik. Sie muss einen Satzungsbeschluss fassen. Geplant sei, nach den Sommerferien mit dem neuen Bebauungsplan fertig zu sein. Erst dann kann der Investor einen Bauantrag stellen, der wiederum im Ahrensburger Rathaus genehmigt werden muss.

SPD, FDP und Linke kritisieren das Projekt

Die Politiker hatten lange kontrovers über die Zukunft des zentralen städtischen Grundstücks diskutiert. Während CDU, Grüne und Wählergemeinschaft WAB das Projekt befürworten und mit ihrer politischen Mehrheit im Sommer 2020 auch den Kaufvertrag genehmigten, gab es vehemente Kritik von SPD, FDP und Linken. SPD und Linke forderten, das Areal für den Bau von bezahlbaren Wohnungen zu nutzen. Die FDP bezeichnete die geplanten Gebäude als „Betonklotz“ und bemängelte auch die steigende Verkehrsbelastung durch den Umzug des Edeka-Marktes. Zudem befürchten die Projektgegner, dass die Realisierung des Kinos nicht sicher ist.

Bauzeit soll mindestens eineinhalb Jahre betragen

Trotz der Proteste ist das Grundstück Alte Reitbahn laut Peter Kania mittlerweile an den Investor verkauft worden. Der Preis ist nicht öffentlich.

Die Melchers-Gruppe rechnet an der Alten Reitbahn mit einer Bauzeit von mindestens eineinhalb Jahren. Erst danach – mit dem Umzug des Edeka-Marktes – können die Arbeiten für ein Kino an der Bahnhofstraße beginnen.

Bau- und Planungsausschuss Mi 17.3., 19.00, Schulzentrum Am Heimgarten, Sporthalle, Reesenbüttler Redder 4-10

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