Kommentar

Jugendämter und Gerichte sind nicht zu beneiden

Die Jugendämter und Familiengerichte sind nicht zu beneiden.

Es ist keine leichte Aufgabe, die sie Tag für Tag bewältigen müssen, wenn sich Eltern bei einer Trennung partout nicht einigen können, wer von ihnen wann, wie oder wo das gemeinsame Kind sehen darf. Schließlich geht es dabei nicht um eine x-beliebige Sache wie zum Beispiel die Frage, wer das gemeinsam bezahlte Sofa behält. Nein, es geht um ein menschliches Wesen mit eigenen Gefühlen und Bedürfnissen, um etwas höchst Sensibles.

Das Dilemma, in dem die öffentlichen Einrichtungen stecken, liegt dabei auf der Hand. In Sorgerechtsfällen müssen sie als Außenstehende über etwas urteilen, das eigentlich vollkommen privat ist und sie normalerweise auch gar nichts angehen würde. Gericht und Jugendamt müssen allein anhand der Informationen, die sie von Vater, Mutter und Kind bekommen, abwägen, was das Beste für das Kind ist. Dabei müssen sie sichergehen, dass diese Informationen richtig sind und im Zweifelsfall erkennen, dass die Aussagen in irgendeiner Weise beeinflusst wurden. Was steckt wirklich dahinter, wenn ein Kind sagt "Ich will nicht bei Mama bleiben, ich will zu Papa"?

Dass Eltern oft nicht ohne fremde Hilfe in der Lage sind, über ihr Kind zu entscheiden, ist eigentlich traurig genug. Sie sollten aber zumindest so viel Anstand besitzen, ihr Kind nicht zum Spielball eigener Interessen zu machen. Es geht ausschließlich um das Kind. Und das braucht Vater und Mutter. Und möglichst wenig Streit.