Kommentar

Nicht zu früh freuen

Die Hoffnungen der Bürgerinitiativen, dass die Küstenautobahn A 20 dem Rotstift zum Opfer fallen könnte, werden sich wohl nicht bestätigen.

Dafür sprechen mehrere Faktoren: Zum einen sind die Planungen für das Projekt schon relativ weit fortgeschritten. Eine nicht unbeträchtliche Summe wurde für die Planfeststellungsverfahren aufgewendet. Das Projekt jetzt aufzugeben, hieße für den Bund, etliche Millionen in den Sand zu setzen. Wenn das Projekt in einigen Jahren wieder aufgenommen würde, müssten die Planer womöglich von vorne beginnen, weil sich die lokalen Strukturen bis dahin verändert haben können.

Ein weiterer Faktor, der gegen einen Baustopp der A 20 spricht, ist die enge Verbindung zu Enak Ferlemann. Der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, der als Abgeordneter auch Cuxhaven und den Landkreis Stade vertritt, hat sich vehement für die Autobahn eingesetzt und auch deshalb große Zustimmung in jenen Kommunen erfahren, die sich etwas von der A 20 versprechen. Sollte Ferlemann mit der Küstenautobahn politisch scheitern, könnte ihn dies bei der kommenden Bundestagswahl sein Amt kosten. Er wird, davon ist auszugehen, daher alles daran setzen, dass die A 20 auch Wirklichkeit wird.

Zudem werden die Vertreter der Baulobby, des Transportgewerbes und die Vertreter der Wirtschafts- und Handelskammern alles daran setzen, das Projekt weiter voran zu treiben. Die Bürgerinitiativen sollten diese Einflüsse nicht unterschätzen.