Kommentar

Verträge müssen neu auf den Tisch

Wenn diese Zahlen stimmen, und die Gebührenzahler mehr als das Doppelte dessen zahlen, was nötig wäre, um die Kosten für die Müllverbrennung in Hamburg zu decken, dann ist das ein waschechter Skandal.

Nicht nur, dass es vollkommen unredlich ist, seinen Vertragspartner über lange Jahre hinweg derart über den Tisch zu ziehen. Die Angelegenheit bekommt noch ein ganz besonderes Geschmäckle vor dem Hintergrund, dass gerade die Hansestadt Hamburg in jüngster Zeit zu gerne das Wort Metropolregion im Munde führt.

Da mag sich ein Kritiker doch fragen, ob Hamburg nur dann enger zusammenrücken möchte, wenn es um die Elbvertiefung oder die Abzocke bei den Gebührenzahlern geht. Die Hansestadt Hamburg hat - vorausgesetzt die Zahlen sind korrekt, wovon man ausgehen möchte - mitverdient an dem Geschäft mit dem Müll, denn Hamburg hält über die Stadtreinigung 25 Prozent Anteile an der Müllverwertung Rugenberger Damm.

Sicher, für die Unkenrufer von damals ist es heute wenig sinnvoll, sich darüber zu freuen, dass sie ja mit all ihrer Kritik an dem Müllvertrag Recht gehabt hätten, und nun kommt es raus. Nein, jetzt müssen die Verträge sofort auf den Tisch und neu ausgehandelt werden.

Bei diesen Verhandlungen sollten, ungeachtet der Mehrheitsverhältnisse in den politischen Entscheidungsgremien, dieses Mal auch die Kritiker Gehör finden. Und die Hamburger Stadtreinigung sollte sich davor hüten, die Landkreise nicht als gleichwertige Verhandlungspartner bei diesen Verhandlungen anzusehen. Unterm Strich lohnt sich das mehr.