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Das Urteil: Sechs und acht Jahre Freiheitsentzug

Die zwei Neonazis, die Gustav Schneeclaus am 18. März 1992 erschlagen hatten, hielten ein Zechgelage am Buxtehuder Busbahnhof ab und lernten dort den Kapitän kennen. Die Täter waren stark alkoholisiert.

Auch Schneeclaus war angetrunken. Im Laufe des Gesprächs stand irgendwann die Politik im Mittelpunkt. Als der Buxtehuder Kapitän sagte, Adolf Hitler sei "der größte Verbrecher", kam es zum Streit.

Vor Gericht wurde der Tathergang deutlich: Der damals 19-jährige Stefan Silar aus der Samtgemeinde Hollenstedt und sein 25-jähriger Freund aus Neugraben schlugen auf Gustav Schneeclaus ein. Daraufhin entfernten sie sich kurz vom Busbahnhof, kehrten aber nach etwa einer Stunde wieder zurück. Erneut malträtierten sie den Kapitän, schlugen ihm mit einem schweren Kantholz auf den Kopf und traten ihn mit ihren schweren Springerstiefeln in den Bauch, in die Rippen und ins Gesicht.

Stefan Silar sprang sogar mit beiden Beinen auf den Körper des Kapitäns. "Mach ihn tot, mach ihn tot" soll sein Freund ihm zugebrüllt haben. So hatte es damals ein Zeuge vor Gericht ausgesagt.

Nach der Tat haben sich die beiden Neonazis von einem Freund mit dem Auto nach Hamburg fahren lassen. Dessen Fahrer alarmierte als anonymer Anrufer den Notarzt, der den blutüberströmten Schneeclaus um Mitternacht in einer Pfütze liegend fand. Vier Tage später erlag Schneeclaus seinen schweren Verletzungen.

Sechs Jahre Jugendstrafe lautete das Urteil für Silar. Der 25-jährige Mittäter bekam acht Jahre und sechs Monate.