Stadeum feiert Geburtstag

20 Jahre Kultur mit 20 Millionen Gästen

Leiter Egon Ahrens will Messe- und Kongressbereich ausbauen und fordert neues Hotel neben dem Konzerthaus.

Stade

"Happy Birthday!" heißt es in diesem Jahr für das Stader Stadeum. Die Kulturhalle feiert ihren 20. Geburtstag. Die Bilanz kann sich sehen lassen: Mehr als 20 Millionen Gäste sahen Konzerte, Theaterstücke, Comedians und Co. Künstler wie Sarah Connor, Anna Maria Kaufmann und Roger Whitaker geben sich die Klinke in die Hand. Jährlich bietet das Stadeum etwa 180 Kulturveranstaltungen. Dazu kommen noch Messen, Kongresse, Tagungen und Privatfeiern. Das sind neben der Kultur wichtige Einnahmequellen. Das vergangene Jahr war mit 508 Veranstaltungen das bisher Erfolgreichste.

Einen weiteren Rekord will das Stadeum mit seinem Geburtstags-Highlight brechen: Ina Müller gibt am Sonnabend, 27. Juni, ein Open-Air-Konzert auf der Wiese neben dem Stadeum. 4000 Gäste können die Show "Liebe macht taub" erleben. "Wir haben uns bewusst für Ina Müller entschieden, weil sie Norddeutsche ist und daher zu Stade passt", sagt Stadeum-Leiter Egon Ahrens. Er freut sich auf die unkomplizierte Entertainerin.

Andere Stars hätten dem Stadeum mehr Umstände bereitet. So musste eine Schauspielerin extra in einem Fünf-Sterne-Hotel in Hamburg einquartiert werden, weil solch eine Unterkunft vertraglich festgelegt war. "So ein Hotel gibt es in Stade nicht und daher wurde sie extra von Hamburg nach Stade chauffiert", sagt Ahrens, der seit sechs Jahren das Stadeum leitet. Für einen anderen Star mussten Bio-Äpfel in Hamburg besorgt werden, die dann allerdings nicht gegessen wurden. "Insgesamt waren aber alle Künstler sehr nett und in der Regel umgänglich", versichert Ahrens.

Die Geburtstagsfeier geht am Sonntag, 4. Oktober, mit dem "Tag der offenen Tür" weiter. Dann kann hinter die Kulissen der Kulturhalle geschaut werden. Das Programm steht noch nicht fest, aber so viel kann Silvia Ruhnau, Marketingbeauftragte des Stadeums, schon verraten: "Es wird ein abwechslungsreiches und unterhaltsames Programm geben."

Bundesweit spielt die Konzerthalle mit 22 Mitarbeitern in der obersten Liga mit, sagt Ahrens: "Wir gehören zu den herausragenden Bespielhäusern ohne festes Ensemble." Vor allem die Flexibilität des Saales spreche für das Stadeum. Der Theatersaal umfasst 650 Plätze, mit dem Orchestergraben 550. Im Hansesaal können 1050 Stühle und bei der so genannten großen Variante 1300 Stühle aufgestellt werden. Bis zu 3500 Gäste können Konzerte stehend erleben. Die Technik sei ebenfalls überzeugend, sagt Ahrens: "Bereits beim Bau wurde viel Geld in die Musik- und Lichtanlage investiert, und seitdem immer wieder auf den neuesten Stand gebracht."

Trotz der Wirtschafts- und Finanzkrise mit sinkenden Steuereinnahmen blickt Ahrens positiv in die Zukunft: "Das Stadeum wurde von Politik und Verwaltung immer gut unterstützt." Ziel sei, die hohe Qualität bei den Kulturveranstaltungen zu erhalten.

Weil aber das Stadeum sparen muss und auf weniger öffentliche Zuschüsse setzen kann, soll der Kongress-, Messe- und Tagungsbereich ausgebaut werden. Hier sei Ausbaupotenzial, so der Stadeum-Chef: "Wir hatten zwar schon fast alle Spitzenpolitiker zu Gast, aber diese Sparte kann noch mehr." Daher plädiert Ahrens für den Bau eines Fünf-Sterne-Hotels neben dem Stadeum, das bereits sei Jahren geplant ist und immer wieder in die öffentliche Diskussion gerät: "Ein Hotel in dieser Klasse mit einem großen Wellnessbereich fehlt in Stade und ist wichtig für die Zukunft des Stadeums, auch wenn es ansässige Hoteliers anders sehen."