Sylt

19 Ordnungswidrigkeiten an einem Tag – und neun Straftaten?

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Stadtlotsen patrouillieren in der Westerländer Innenstadt, wo die Punks ihr Lager aufgeschlagen haben.

Stadtlotsen patrouillieren in der Westerländer Innenstadt, wo die Punks ihr Lager aufgeschlagen haben.

Foto: Joana Ekrutt

Gemeinde geht härter gegen die Punks in Westerland vor – und verzeichnet diverse Verstöße schon am ersten Kontrolltag.

Westerland. Um gegen die steigende Anzahl an Ordnungswidrigkeiten und Verstößen vorzugehen, die Sylt seit der Einführung des 9-Euro-Tickets verzeichnet, hatte die Gemeinde vor einigen Tagen härtere Kontrollen angekündigt. Am Mittwoch setzte sie das Vorhaben in die Tat um. Die erste Kontrolle habe bereits um 7 Uhr stattgefunden, sagte Bürgermeister Nikolas Häckel dem Abendblatt.

Vor allem gegen Wildcamper, das illegale Entsorgen von Müll und das Feuerlegen am Strand will die Gemeinde vorgehen. Das neue Kontrollteam vom Sylt Tourismus Service (ISTS), dem Ordnungsamt und der Polizei kontrolliert aber auch die ordnungsgemäße Abgabe der Kurtaxe.

Sylt: 28 Verstöße am ersten Kontrolltag

"Heute wurden 19 Ordnungswidrigkeiten an unsere Bußgeldstelle weitergeleitet", sagte Bürgermeister Häckel am Mittwoch, zum Beispiel Übernachtungen oder übermäßigen Alkoholgenuss am Strand.

Darüber hinaus seien neun Fälle von Verstößen gegen die Kurtaxenpflicht festgestellt worden – Häckel betonte, dabei handele es sich um Straftaten. Ob diese Verstöße tatsächlich strafrechtlich oder nur ordnungsrechtlich relevant sind, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. Zwar sieht das Kommunalabgabengesetz als Rechtsgrundlage auch die Möglichkeit einer strafrechtlichen Verfolgung von Abgabenhinterziehung vor. Zumeist werden derlei Verstöße aber als Ordnungswidrigkeiten gehandhabt.

Die Kurabgabe wird von jedem Gast als Tagessatz an die Gemeinde bezahlt. Sie ermögliche "ein breites kostenfreies Angebot an Konzerten, Sportveranstaltungen, Vorträgen und Kinderprogrammen", heißt es auf der Webseite der Insel. Doch auch für den Einsatz der Rettungsschwimmer oder die Müllentsorgung am Strand werde das Geld genutzt.

In der Hauptsaison liegt der Betrag bei 3,50 Euro pro Tag und Person. Eine Tageskarte kostet 4 Euro. Kinder unter 18 Jahren sind von der Kurabgabe befreit.

Sylt: Kontrollen richten sich gezielt gegen die 9-Euro-Punks

Doch längst nicht jeder bringt Verständnis für die Abgabe auf. "Ein öffentlicher Strand gehört jedem. Damit Geld zu machen, verstehe ich nicht", sagt André Salentin, der sich mit etwas Abstand zum Lager der Punks am Wilhelminenbrunnen in Westerland gesellt hat. Er sei am Mittwoch bereits kontrolliert worden. Zu einer Eskalation sei es nicht gekommen. "Ich habe den Strand verlassen, bevor es Ärger mit der Polizei gab."

Die verstärkten Kontrollen sind ein weiterer Schritt, um gegen das Verhalten der 9-Euro-Gäste vorzugehen, die vor allem bei Gastronomen und Geschäftsleuten in der Westerländer Innenstadt für Unmut sorgen. Denn seit die Punks dort ihr Lager aufgeschlagen haben, bleiben viele Kunden weg. Die Gemeinde hatte den Brunnen zwischenzeitlich mit einem Bauzaun und zudem einen Durchgang in der Nähe mit einer Wand aus Betonblöcken abgesperrt. Während der Bauzaun wieder entfernt wurde, steht die Wand, die den Weg zum dahinterliegenden Reformhaus absperrt, noch immer.

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