Hindenburgdamm

Hubertus Meyer-Burckhardt warnt Sylt vor Ausverkauf

| Lesedauer: 2 Minuten
Hubertus Meyer-Burckhardt erzählt die Geschichte des Hindenburgdamms – der Verbindung zwischen Sylt und dem Festland.

Hubertus Meyer-Burckhardt erzählt die Geschichte des Hindenburgdamms – der Verbindung zwischen Sylt und dem Festland.

Foto: NDR/2022 jumpmedientv GmbH

Bei der Preview der Dokumentation zum Hindenburgdamm in Westerland richtet der Hamburger Produzent einen Appell an die Insel.

Sylt. Viele Augen richten sich an diesem Sonnabendabend auf eine einzelne alte Dame: Karin Lauritzen sitzt als Ehrengast im Publikum des voll besetzten Kinos in Westerland, bevor die Preview der NDR-Dokumentation „Unsere Geschichte – Sylt, das Blumenmädchen und der Damm“ beginnt.

Es ist die spannende Geschichte der Bahnstrecke, die das Festland mit der bekannten Nordseeinsel verbindet, aber auch die Geschichte von Karin. Die heute 97-Jährige, Tochter des damaligen Morsumer Pastors, war es, die am 1. Juni 1927 Reichspräsident Paul von Hindenburg bei der Eröffnung der Strecke einen Blumenstrauß überreichte. Hindenburg saß 1927 im Eröffnungszug vom schleswig-holsteinischen Festlandbahnhof Klanxbüll nach Westerland auf Sylt.

Der Film nimmt die Zuschauer mit auf eine historische Entdeckungsreise rund um den Damm, erläutert seine Entstehungsgeschichte, die Schwierigkeiten beim Bau, die unglaubliche Leistung der beteiligten Ingenieure und Arbeiter und seine Bedeutung für Sylt. Der Film enthält Spielszenen, Fotos und Archivmaterial und bietet auch ein Wechselspiel zwischen dem heutigen und dem damaligen Sylt.

Hindenburgdamm-Produzent Hubertus Meyer-Buckhardt warnt Sylt vor Ausverkauf

„Über den Damm kommt nur Gesindel zu uns rüber“, sagen im Film einige Morsumer. Und außerdem: „Da kommt so viel fremdes Volk rüber, das wird der Insel nicht guttun.“

Bei der anschließenden Talkrunde warnte der Hamburger Filmproduzent und Moderator Hubertus Meyer-Burckhardt, der auch durch den Film führt, die Sylter vor dem Ausverkauf der Insel: „Passt auf eure Insel auf, dass nicht sie zu sehr in die Hände derer kommt, die gar keine Sylter sind.“ Auf die Frage, was Sylt ohne Damm heute wäre: „Sylt wäre stiller. Punkt.“

Film über Hindenburgdamm: Schwarz-Weiß-Foto gab Anstoß

Auslöser für die Produktion war ein Schwarz-Weiß-Foto, das Karin Lauritzen auf dem Arm ihrer Mutter zeigt, wie sie Hindenburg, der sich aus dem Zugabteil lehnt, einen kleinen Blumenstrauß überreicht.

Manfred Uhlig, einer der Autoren, sagte, er habe eineinhalb Jahre für den Film gearbeitet, und dabei die Familie Lauritzen kennengelernt. „Der Dammbau beschäftigt die Sylter noch heute“, sagte der Hamburger.

Im Fernsehen zeigt der NDR „Sylt, das Blumenmädchen und der Damm“ am Donnerstag, 7. Juli, ab 20.15 Uhr in der Reihe „Unsere Geschichte“.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Sylt