Am Essen liegt es nicht

Jürgen Gosch schließt Restaurant Jünne nach nur drei Monaten

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Sylts Fischkönig Jürgen Gosch vor der Fotowand in seinem Restaurant Jünne.

Sylts Fischkönig Jürgen Gosch vor der Fotowand in seinem Restaurant Jünne.

Foto: Elisabeth Jessen

Der Sylter Fischkönig öffnet sein neues Edel-Restaurant vorläufig nur noch in Einzelfällen. Ein Problem hatte der Profi unterschätzt.

  • Jürgen Gosch: "Ich habe momentan nicht genug Personal für das Restaurant Jünne"
  • Gosch freut sich auf die lustigen Gäste aus Köln und Düsseldorf
  • Ab 15. August will Jürgen Gosch auf Sylt ein neues Gastro-Projekt ausprobieren

Fischkönig Jürgen Gosch geht es nicht anders als seinen Kollegen in der Gastronomie. Er sucht dringend Personal, obwohl schon 450 Mitarbeiter auf Sylt für ihn tätig sind. Der Personalmangel führt dazu, dass er sein neues Fischrestaurant Jünne im Hafen von List nur von Ende Dezember 2021 bis März 2022 regelhaft öffnen konnte.

Seither ist das Restaurant geschlossen. „Wir öffnen nur noch für Gruppen von 80 bis 100 Gästen“, sagt der Patron, der auch mit seinen 81 Jahren noch jeden Tag in seinem Gastroreich die Fäden in der Hand hält.

Sylt: Nach nur drei Monaten schließt Gosch das Restaurant Jünne wieder

„Erst letzte Woche hatten wir eine Hochzeit mit 100 Gästen“, sagt Jürgen Gosch, der sich das schicke Restaurant nach eigenen Angaben zum 80. Geburtstags „gegönnt“ hat. „Im September machen wir das Jünne wieder auf“, kündigt er im Abendblatt-Interview an. Derzeit ist dafür das neue Pier 67, ebenfalls im Lister Hafen gleich nebenan, geöffnet.

„Die Leute wollen alle draußen sitzen“, sagt der Gastronom und für beide Lokale zusammen seien 30 Mitarbeiter notwendig. Die habe er aber im Moment nicht. Für Veranstaltungen im Jünne hole er deshalb Personal aus allen elf Verkaufsstellen auf Sylt zusammen, „Gruppen sind das Beste, da kann man ja vieles vorbereiten.“

Warum das Gosch-Restaurant Jünne heißt

Dann geht er voran in das schicke Jünne oberhalb der „nördlichsten Fischbude“. Gosch trägt weiße Sneaker, Jeans und seine berühmte weiße Jacke mit dem roten Hummer an der Brusttasche.

Der Name Jünne ist als Reminiszenz an seine Mutter gedacht. „Als ich zur Welt kam, hat meine Mutter, die Platt gesprochen hat, gleich gesagt, das ist Jünne“, erzählt Jürgen Gosch. Auf einer Fotowand hängen Schwarz-Weiß-Fotos, darunter eines von seiner Mutter und eines von seiner verstorbenen Frau und etliche, die ihn bei Stationen seiner Karriere zeigen.

Fantastische Aussicht im Jünne

Während es unten in der Alte Bootshalle und in den Strandkörben davor immer brummt, sollen die Gäste oben ruhiger sitzen. Ein großes kunstvolles Fliesenrelief zeigt einen blauen Hummer. Dahinter öffnet sich ein großzügiger Raum mit riesigen umlaufenden Fensterfronten mit Blick auf das Meer, einem großen Bartresen in Wellenform und einem zentralen verglasten Kamin im Restaurant.

„Überall rundherum ist Wasser, wie eine Insel. Das ist die Vollendung“, sagt Gosch mit ausladenden Gesten. Und tatsächlich bietet jeder Platz in dem Panorama-Restaurant eine fantastische Aussicht.

Jürgen Gosch arbeitet noch jeden Tag

Gosch, ein gelernter Maurer, der 1967 mit einem kleinen Fischverkauf sein Gastroimperium begründete, spricht mit Begeisterung und Überzeugung von seinem neuesten Restaurant. „Ich mache das jetzt seit über 50 Jahren, Dass man morgens und abends glücklich ist“, das sei sein Antrieb, sagt Gosch. „Das Herz schlägt für meine Läden“, deshalb sei er jeden Tag bei der Arbeit. Er sei immer noch der Schnellste in der Firma, fügt er hinzu und lacht.

Der Gastronom freut sich auf die Urlauber

Mit der bisherigen Saison sei er zufrieden, sagt Gosch. Der Vatertag, die Pfingsttage, Fronleichnam, da sei das Geschäft richtig gut gelaufen. Im Moment herrsche gerade ein kleines Sommerloch.

Dass Nordrhein-Westfalen jetzt in die Ferien starte, sei ja schön, sagt er, „aber wir können ja nicht erwarten, dass die alle am ersten Ferientag losfahren. Wir brauchen drei Bundesländer, die gleichzeitig Ferien haben, dann fängt es an zu brummen.“ Aber die Düsseldorfer und Kölner seien lustige Gäste, auf die er sich schon freue.

Der beste Standort sei der Lister Hafen, sagt Gosch, wo er mehrere Betriebe hat, aber als einzelner Standort sei das Restaurant in Wenningstedt besonders erfolgreich. Den Neubau des Gosch am Kliff, ein spektakulärer Glasbau mit wellenförmigem Grasdach an der Steilküste, gebe seit neun Jahren.

Sylt: Im August eröffnet Gosch seinen neuen Coup

Nach dem Pier 67 und dem Jünne hat Jürgen Gosch aber schon wieder neue Pläne. Doch darüber möchte er noch nichts Genaues sagen, erst wenn alles fertig ist. Am 15. August soll jedenfalls Eröffnung seines neuesten Gastro-Coups auf Sylt gefeiert werden.

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