Sylt

Pius Weinbar in Keitum muss schließen – Kultwirt ist sauer

Beliebter Treffpunkt auf Sylt: Pius Weinbar in Keitum (Archivbild).

Beliebter Treffpunkt auf Sylt: Pius Weinbar in Keitum (Archivbild).

Foto: picture alliance

Pius Regli bekommt nach zwei Jahrzehnten keinen neuen Mietvertrag für seine Bar – die Begründung macht den Wahlsylter zornig.

Sylt/Hamburg. Diese Nachricht trifft Pius Regli hart – und auch seine Fan-Gemeinde auf Sylt und in Hamburg. Nach rund zwei Jahrzehnten muss der Sylter Kultwirt seine Pius Weinbar in Keitum schließen. Dem Abendblatt sagte der Gastronom: „Der Mietvertrag für mein Ur-Pius wird nicht verlängert. Deshalb müssen wir Ende September 2022 die Fläche räumen. Darüber sind wir sehr traurig.“

Sein langjähriger Vermieter Jens Nielsen habe ihm mitgeteilt, wegen Lärmbelästigung werde der Mietvertrag nicht verlängert. Doch das will der 66-Jährige, der seit 35 Jahren außerdem das angesagte Restaurant Manne Pahl in Kampen betreibt, nicht auf sich sitzen lassen: „Wir haben die Terrasse vom Pius immer um 22 Uhr geschlossen. Es kam zu keiner Lärmbelästigung.“

Sylt: Pius Weinbar bekommt kein Revival

Der gebürtige Schweizer war mit seinem Pius-Konzept – hier wird Wein ausgeschenkt und dazu Käse, Wurst und Flammkuchen serviert – auch in Hamburg erfolgreich. In der Hansestadt hatte der Unternehmer bis 2014 an der Pöseldorfer Milchstraße und bis 2017 an der Eppendorfer Hegestraße seine Pius-Lokale. Doch der Szenewirt wird keine neue Fläche auf Sylt suchen. „Ich bin ja eigentlich schon im Rentenalter“, sagt Regli.

Aber das meint der leidenschaftliche Gastgeber wohl nicht so ganz ernst und ergänzt. „Ich werde mich jetzt in erster Linie auf Manne Pahl konzentrieren.“ Auf Abendblatt-Anfrage war Vermieter Jens Nielsen – der in Keitum Nielsens Kaffeegarten betreibt – bis zum Mittwochabend nicht erreichbar.

( ug )