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Am Schönberger Strand messen sich die besten Wingfoiler

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Axel Leonhard

Wingfoiler: Am Schönberger Strand messen sich die Besten

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Sie schweben über das Wasser: Bei den ersten Deutschen Wingfoil-Meisterschaften treffen sich die Cracks der Szene.

Schönberg. „Was ist das denn?!“, fragen sich viele, die zum ersten Mal einen Wingfoiler sehen. Da steht jemand mit einem Segel – genannt „Wing“ – in der Hand auf einem Brett, doch er fährt nicht auf dem Wasser, sondern scheint wie von Geisterhand darüber hinwegzuschweben. Erst bei näherem Hinsehen erkennt man den Mast, der unter dem Brett ins Wasser sticht. Unter der Oberfläche sind am Ende des Mastes zwei Tragflächen, die sogenannten „Foils“. Sie heben den Wingfoiler etwa einen halben Meter aus dem Wasser heraus und beschleunigen ihn auf bis zu 50 Km/h.

In Reinkultur ist das noch bis zum 1. August am Schönberger Strand zu erleben. Bei den ersten Deutschen Wingfoil-Meisterschaften treten die Cracks der Szene in vier Altersstufen und zwei Disziplinen gegeneinander an: Beim „surf-race“ fahren mehrere Foiler um die Wette. Beim „surf-freestyle“ treten immer zwei Fahrer im K.O.-Verfahren gegeneinander an.

Schönberger Strand: Wingfoil-Experte erwartet Boom

Weiter kommt, wer die höchsten Sprünge und schwierigsten Manöver zeigt. Neben Weltklasse-Fahrern wie Balz Müller und Golitto Estredo geht auch Klaas Voget aus Heikendorf bei Kiel an den Start. Der ehemalige Top-Ten-Worldcup-Windsurfer gehört zu den Wingfoilern der ersten Stunde und arbeitet heute als Marketing-Chef für einen der größten Wingfoil-Hersteller. Ihn überzeugt vor allem, dass Foils aufgrund ihres geringen Wasserwiderstands schon ab drei Windstärken und damit wesentlich früher ins Gleiten kommen als herkömmliche Boards.

Das mache sie auch für Seen im Binnenland sehr attraktiv. „Es könnte ein ähnlicher Boom werden wie seinerzeit das Kitesurfen“ sagt der 42-Jährige. Bis Jahresende werde seine Firma voraussichtlich mehr Umsatz im Wingfoil- als im Windsurf-Markt machen. Kein Wunder also, dass Anbieter gerade wie Pilze aus dem Boden schießen. Dreißig von ihnen präsentieren in Schönberger Strand Wings, Boards und Accessoires. Das Beste daran: Gegen Vorlage eines Personalausweises können Besucher das Equipment kostenlos testen.

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Anfänger können Wingfoilen am Simulator probieren

Für Anfänger ist der vorhergesagte ablandige Wind allerdings zu gefährlich. Am Stand der Surfschule Wingfoilfehmarn können sie aber Trockenübungen auf dem Simulator machen. Windsurfer Andreas aus dem Münsterland hat bei der Schule einen Anfängerkursus absolviert und ist angefixt: „Es ist wirklich nicht leicht zu lernen, aber beim letzten Mal bin ich auf den Foils ins Gleiten gekommen, ein unbeschreibliches Gefühl der Schwerelosigkeit."

Außerdem fühlt sich Andreas sicherer als beim Kiten, wo der Drachen den Fahrer mit sich reißen kann. Beim Wingfoilen hingegen hält der Fahrer den Wing ohne Leinen und ohne Trapez nur mit den Händen fest.

Gefährlich sind jedoch die scharfkantigen Foils. Klaas Voget empfiehlt Helm und Prallschutzweste. Wer mehr über Wingfoiling erfahren möchte, findet beim Foilfestival am Schönberger Strand am Wochenende die perfekten Bedingungen. Wahrscheinlich gab es zu dem erst zweieinhalb Jahre alten Trendsport in Deutschland noch nie so viel geballte Kompetenz an einem Ort und die Windvorhersage verspricht vor allem für Sonnabend spektakuläre Rennen und Freestyle-Manöver.