Schleswig-Holstein

Viele neue und alte Hasen wollen in den neuen Bundestag

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Robert Habeck, Co Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen.

Robert Habeck, Co Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen.

Foto: Michael Kappeler / dpa

Mit den Spitzenpolitikern Habeck und Stegner steuern erfahrene „Neulinge“ Berlin an. Welche Abgeordnete ihre Mandate verteidigen.

Kiel. Die Parteien in Schleswig-Holstein nehmen verstärkt die Bundestagswahl 2021 ins Visier. Viele der bisher 26 Abgeordneten aus dem Land wollen wieder antreten, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Prominenteste Neu-Bewerber sind der Bundesvorsitzende der Grünen, Robert Habeck, und SPD-Landtagsfraktionschef Ralf Stegner.

CDU: Von den zehn Bundestagsabgeordneten haben neun ihre erneute Kandidatur erklärt oder signalisiert, darunter der Vorsitzende der Landesgruppe, Unionsfraktionsvize Johann Wadephul (57). „Haudegen“ wie Michael von Abercron (67), Gero Storjohann (62) und Ingo Gädechens (62) wollen es auch noch einmal wissen. Petra Nicolaisen (54) will ihren Wahlkreis Flensburg-Schleswig gegen Habeck behaupten.

Bewerbungsfrist für die Wahlkreise endet bei der SPD am 2. August

Als einziger Christdemokrat hat Norbert Brackmann (65), Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, seinen Verzicht auf Wiederkandidatur erklärt. Um die Nachfolge im Wahlkreis Herzogtum Lauenburg/Stormarn-Süd bewirbt sich der Lauenburger Kreisvorsitzende Rasmus Vöge (41). Er hat zwei Mitbewerber. In Kiel tritt erneut der Ex-Bundestagsabgeordnete Thomas Stritzl (62) an. Mit ihm konkurriert die Vize-Kreisvorsitzende Juliane Müller-Weigel (30). Bis zu den Herbstferien will die CDU ihre Direktkandidaten aufstellen. Die Landesliste folgt am 24. Oktober in Neumünster.

SPD: Die Sozialdemokraten haben derzeit sechs Abgeordnete. Nun will Landtagsfraktionschef Ralf Stegner (60) auf die Bundesbühne. Er tritt in Pinneberg zur Direktkandidatur an. „Dauerbrenner“ Ernst Dieter Rossmann (69) hört auf. Die Bewerbungsfrist für die Wahlkreise endet am 2. August. Klar sind die Wiederkandidaturen von Sönke Rix (44/Rendsburg-Eckernförde), Mathias Stein (50/Kiel), Nina Scheer (48/Herzogtum Lauenburg/Stormarn-Süd) und Bettina Hagedorn (64/Ostholstein/Stormarn-Nord). Für Kiel liegen zwei weitere Bewerbungen vor, für Flensburg-Schleswig ebenfalls, für Lübeck eine. Gabriele Hiller-Ohm 67/Lübeck) hört auf.

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GRÜNE: Neu-Kandidat Habeck (50) bewirbt sich als Direktkandidat im Wahlkreis Flensburg-Schleswig und für Listenplatz 2. Die bisherigen Abgeordneten wollen wieder kandidieren: Luise Amtsberg (35), Ingrid Nestle (42) und Konstantin von Notz (49). Sie sind auf den Listenplätzen 1, 3 und 4 zu erwarten. Angesichts der Umfragen rechnen die Grünen fest mit mindestens vier Mandaten. Weitere Kandidaturen sind nach Angaben der Landespartei noch nicht spruchreif.

Der Landesvorstand möchte, dass die Direktkandidaten erst nach der Listenaufstellung bestimmt werden. Möglichst viele der elf Wahlkreise sollen mit Grünen auf vorderen Listenplätzen besetzt werden. Der Listenparteitag ist für 30. Oktober/1. November geplant.

FDP: Alle drei Abgeordneten wollen wieder kandidieren: Wolfgang Kubicki (68), Christine Aschenberg-Dugnus (60) und Gyde Jensen (30). Der Landesvorsitzende der Jungen Liberalen, Maximilian Mordhorst (24), will auf Listenplatz 3. Die FDP möchte die Wahl der Direktkandidaten bis Mitte Oktober abschließen. Die Landesliste soll nach bisherigem Stand am 28. November in Neumünster gewählt werden.