Schleswig-Holstein

Gud Jard: Warum der Urlaub hier gesünder ist

Die Lodges und Chalets von Gud Jard liegen im Grünen und haben alle eine große Terrasse. Pellworm

Die Lodges und Chalets von Gud Jard liegen im Grünen und haben alle eine große Terrasse. Pellworm

Foto: Gud Jard

Auf Pellworm ist eine einzigartige Öko-Feriensiedlung entstanden. Frische Luft gibt es hier nicht nur vor der Tür.

Pellworm. Warum gibt es frische Luft eigentlich immer nur draußen? Es war genau diese Frage, die den Hamburger Finanzunternehmer Frank Sadowsky auf die Idee brachte, Europas wohl einzige komplett nachhaltige und ökologische Feriensiedlung zu bauen. Gemeinsam mit der Hamburger Innenarchitektin Sabine Krumrey vom Büro brandherm + krumrey errichtete er auf Pellworm das Resort Gud Jard.

Es liegt in unmittelbarer Nähe des Leuchtturms und der Badestellen am Südstrand und besteht aus insgesamt 38 Einzelhäusern, die je nach Größe Chalets oder Lodges heißen. Allen gemeinsam ist eine hochwertige, gemütliche und schadstofffreie Ausstattung, viel Platz, eine hohe Aufenthaltsqualität und große Fenster, die von überall einen Blick ins Grüne ermöglichen (www.gudjard-resorts.com).

„Es hat mich immer gestört, dass man in den Ferien dorthin fährt, wo die Luft gut ist – und dann in Hotelzimmern oder Ferienhäusern Schadstoffe oder Keime einatmet, die von Wänden und Möbeln ausgedünstet oder durch defekte Klimaanlagen verursacht werden“, so Sadowsky. Sogar im eigenen Ferienhaus, das sich der Nordsee-Fan 2011 in der Nähe von St. Peter Ording gekauft hatte, erlebte er das. „Ich konnte damals nur auf den Innenausbau und die Ausstattung Einfluss nehmen. Im Laufe der Zeit fiel mir aber immer mehr auf, was man schon beim Bau hätte besser machen müssen.“

Jede Wohnung hat eine Sauna – und ganz viel Platz

Weil schlechte Luftqualität nicht nur Allergien, sondern auch Krankheiten auslösen kann, ließ der Vater zweier Kinder vom Büro brandherm + krumrey ein komplett ökologisch errichtetes Ferienhaus konzipieren – das er dann in Wesselburen als Urlaubsdomizil für seine Familie auch baute. Nach Fertigstellung beauftragte er den TÜV Rheinland mit Raumluftmessungen.

Die Ergebnisse hätten die Prüfer überrascht, sagt Sadowsky. Sie lagen 85 bis 90 Prozent unter dem aktuellen Durchschnitt in sogenannten wohngesunden Häusern. Laut Definition des Sentinel-Haus-Institut, dem Marktführer für gesundheitliche Qualitätssicherung von Häusern, ist Wohngesundheit ein Gebäudezustand, der gesundheitsschädliche Einflüsse minimiert und dadurch optimale Bedingungen für die Gesundheit schafft, der Empfindlichkeiten gegenüber Umwelteinflüssen reduziert und durch positive Effekte wie Licht und Farbe das Wohlbefinden sogar steigert.

Für das Musterhaus in Wesselburen und die Chalets und Lodges auf Pellworm wurde das erreicht, indem nur natürliche und möglichst regionale Materialien verwendet wurden. Die Dämmung besteht aus Schafwolle, Fußboden, Türen, Fenster, Treppen und Möbel aus Vollholz, statt Rigips- wurden Greentechplatten verwendet, die Schadstoffe nicht nur aufnehmen, sondern sogar neutralisieren, und die mit Naturfarben gestrichenen Wände sind aus Lehm.

Das biete besondere Vorteile, so Sadowsky. „Lehm kühlt im Sommer und gibt im Winter Wärme ab. In den Wänden ist ein wassergeführtes Heizungssystem eingebaut: Die Lehmwände strahlen Wärme ab wie eine Fußbodenheizung.“

Einen Beitrag zur Wohngesundheit leistet auch die Staubsaugeranlage. Sie befördert den aufgesaugten Staub durch ein eingebautes Leitungssystem in einen Behälter im Technikraum – sodass es in den Wohnräumen keine Belastungen durch Reststaub oder Keime gibt. Ähnlich verhält es sich mit der dezentralen Klimaanlage: Jedes Zimmer hat sein eigenes Belüftungssystem.

Das Bad: Eine Wellnessoase für die ganze Familie

Den hohen ökologischen Anspruch an die Baumaterialien hatten Frank Sadowsky und Sabine Krumrey auch an die spätere Einrichtung – aber nicht einmal bei den führenden Unternehmen fanden sie, was sie bezüglich der verwendeten Materialien und des Designs zufriedenstellte. Also entwarf Sabine Krumrey für Gud Jard eine eigene Möbelkollektion, die dann produziert wurde: Betten ohne Metall und mit Latexmatratzen, Vollholzmöbel und Stoffe ohne chemische Ausrüstung, Öle statt Farben und Sofas mit Kokos-Latex- statt Schaumstoffpolsterung – groß genug für mehrere Personen.

„In den Ferien will man gemeinsam Zeit verbringen, und dafür braucht man Platz“, sagt Sadowsky. Und so gibt es in den Chalets und Lodges neben großzügigen Wohnzimmern offene Küchen, die viel Raum zum Kochen bieten, und in jedem der großen Badezimmer eine Sauna und eine frei stehende Badewanne – „Wellnessoasen für die ganze Familie“, nennt Sadowsky sie.

Besonders teuer ist der Aufenthalt trotz Luxus nicht: Ab 110 Euro ist die Lodge (90 Quadratmeter) zu haben, ab 140 Euro das Chalet (140 Quadratmeter). Frank Sadowsky würde gerne weitere Feriensiedlungen bauen und sucht dafür bereits Standorte. Um sein erworbenes Knowhow weiterzugeben, gründet er gerade die Gud Jard GmbH – und um auch die Möbelkollektion vermarkten zu können, mit brandherm + krumrey das Unternehmen Gud Jard Interieur.