Kellinghusen

Polizei-Pressesprecher distanziert sich von eigenen Aussagen

Die Blockade des Schlachthofes hatte einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst.

Die Blockade des Schlachthofes hatte einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst.

Foto: Bodo Marks / dpa

Bei der Besetzung eines Schlachthofs in Kellinghusen hatte Stefan Hinrichs dem NDR ein Interview gegeben – mit Folgen.

Hamburg/Itzehoe. Die rund zwölfstündige Besetzung eines Schlachthofs in Kellinghusen, bei dem Tierschutzaktivisten für Stunden den zum Tönnies-Konzern gehörenden Betrieb lahmgelegt hatten, hat nicht nur ein Nachspiel für die Demonstranten – sondern auch für den Pressesprecher der Polizei Itzehoe.

Der Polizeibeamte Stefan Hinrichs hatte dem NDR am Dienstag ein Interview in seiner Funktion als Pressesprecher gegeben. Im "Schleswig-Holstein Magazin" ist der Beamte mit folgenden Aussagen zu sehen und zu hören: "Persönlich finde ich das Verhalten der jungen Leute sehr gut, dass sie sich so mutig für das Tierwohl einsetzen. Die Frage besteht natürlich, ob das mit Straftaten einhergehen muss, aber: Grundsätzlich finde ich es sehr schön, dass die Tiere hier Anwälte gefunden haben."

"Persönliche Aussagen" des Polizei-Pressesprechers zur Schlachthofbesetzung

Diese Sätze hätten – so ist es in einer Mitteilung der Polizei Itzehoe vom Mittwoch zu lesen – "zu mehreren kritischen Rückfragen" geführt. In der Folge distanziert sich die Polizeidirektion von den Einschätzungen, die Hinrichs im Gespräch mit dem NDR gemacht hat. Es sei zu bedauern, dass durch die "persönlichen Aussagen" der Eindruck eines Verstoßes gegen die Neutralitätspflicht der Landespolizei entstanden sei.

Zudem wird betont, "dass Straftaten im Zusammenhang mit der gestrigen Aktion nicht gebilligt wurden und konsequente Strafverfolgungsmaßnahmen eingeleitet worden sind". Unterschrieben ist die Mitteilung vom Pressesprecher der Polizei Itzehoe – Stefan Hinrichs.

( josi )