Schönberg

Neue Erkenntnisse zu tödlichem Schuss auf Frau an Silvester

Ermittlerinnen am Tatort an der Goethestraße im Ostseebad Schönberg (Archiv).

Ermittlerinnen am Tatort an der Goethestraße im Ostseebad Schönberg (Archiv).

Foto: Picture Alliance

Ermittlern liegen Ergebnisse aus ballistischer Untersuchung vor. Belohnung ausgelobt für Hinweise zur Tat an der dreifachen Mutter.

Schönberg/Kiel. Der tödliche Schuss auf eine 39 Jahre alte Frau aus Schönberg (Schleswig-Holstein) in der Silvesternacht ist aus nächster Umgebung abgegeben worden. Zu diesem Ergebnis kommt eine ballistische Untersuchung von Waffensachverständigen des LKA Kiel in Zusammenarbeit mit Kriminaltechnikern und dem BKA Wiesbaden. Demnach schließen die Ermittler eine Schussabgabe aus mehreren hundert Metern über die Häuserdächer aus.

Die dreifache Mutter Nina D. war am 1. Januar wenige Minuten nach dem Jahreswechsel auf der Straße mit einer blutenden Wunde am Kopf zusammengebrochen. Draußen hatte sie zusammen mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter das Feuerwerk anschauen wollen. Noch am Neujahrstag verstarb Nina D. im Krankenhaus, ohne das Bewusstsein wieder erlangt zu haben.

Ermittler aus Hamburg halfen mit 3-D-Scan

Nachdem zuerst ein Unglücksfall mit einem illegalen Böller vermutet worden war, ergab eine spätere Obduktion, dass die 39-Jährige von einem Geschoss aus einer kleinkalibrigen Waffe getroffen worden war. Anschließend erstellten Kriminaltechniker des LKA Hamburg erstellten einen 3-D-Scan, mit dessen Hilfe sich die Ermittler in einer virtuellen Tatortdarstellung bewegen und Messungen durchführen konnten.

Ende Januar wurde schließlich mit den ballistischen Untersuchungen begonnen. Auf Grundlage der Versuchsergebnisse suchten die Ermittler den Tatort in den vergangenen Tagen erneut auf, um die Schussrichtung unter Zuhilfenahme von Lasertechnik näher zu bestimmen. Wie die Kieler Staatsanwaltschaft und Polizei am Freitag mitteilten, kam dabei auch heraus, dass Gebäude, abgestellte Autos und die Vegetation das Schussfeld weiter einschränkten.

Waffenbesitzer zeigten sich kooperativ

Neben der umfangreichen Spurensuche und Spurensicherung befragten die Ermittler auch die Anwohner der Schönberger Goethestraße und deren Partygäste. Auch die Besitzer von kleinkalibrigen Waffen wurden aufgesucht und überprüft. Die Waffenbesitzer zeigten sich laut Staatsanwaltschaft äußerst kooperativ, Auffälligkeiten hätten die Ermittler nicht festgestellt.

Nach wie vor gehen die Staatsanwaltschaft Kiel und die Ermittler davon aus, dass es sich nicht um eine gezielte Schussabgabe, sondern um einen tragischen Unglücksfall gehandelt hat. Eine Plakataktion am 23. Januar habe zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung ergeben. Das Hinweisportal der Polizei Schleswig-Holstein, auf dem private Videos aus der Silvesternacht hochgeladen werden konnten, sei allerdings nur vereinzelt angenommen worden.

3000 Euro für sachdienliche Hinweise

Die Ermittler bitten nun weiter um Mithilfe aus der Bevölkerung. Sie suchen nach Personen, die sich in der Zeit von 0 bis 1 Uhr in dem Bereich Herder-, Goethe-, Hebbel- und Uhlandstraße aufgehalten haben und noch keinen Kontakt zur Polizei hatten. Ungeachtet ihrer Beobachtungen bitten die Ermittler um eine Kontaktaufnahme unter Telefon 0431/ 160 3333. Für sachdienliche Hinweise ist eine Belohung von 3000 Euro ausgelobt.