Regionalexpress

36-Jähriger zog Messer und randalierte – Zug geräumt

Er sollte die Fahrkarte zeigen und rastete aus. Warum er Schaffner und Mitreisende bedrohte? „... weil ich es kann.“

Büchen.  Der Schaffner im sonntäglichen Regionalexpress nach Hamburg wollte kurz vor Büchen nur die Fahrkarten sehen. Doch das war zuviel in den Augen eines 36-Jährigen. Er drehte sich weg, kramte in seinem Gepäck und plötzlich hatte er ein Messer in der Hand.

Mit starrem Blick fixierte er eine Mitreisende und wartete auf die Reaktion seiner vermeintlichen Gegenspieler. Die zogen sich vorsichtig zurück. Der Schaffner nutzte den Halt in Büchen und rief die Fahrgäste dazu auf, den Zug zu verlassen. Die 25 Reisenden stiegen aus. Der Messer-Mann wartete ab. Die örtliche Polizei wurde informiert und schickte drei Streifen zum Bahnhof Büchen. Auch die Bundespolizei fuhr mit zwei Streifen los. Der 36-Jährige war allein im Zug zurückgeblieben. Aber jetzt fing er an zu randalieren.

Er warf zwei Celli und eine Bratsche aus dem Fenster

Wahllos warf er Gegenstände aus dem Zug. Fahrräder und Gepäckstücke, aber auch von einigen Reisenden mitgeführte Musikinstrumente, unter anderem zwei Celli sowie eine Bratsche. Die Streichinstrumente wurden durch die rabiate Behandlung stark beschädigt bzw. zerstört. Laut Polizei entstand insgesamt ein Sachschaden von ca. 14.000 Euro.

Die Beamten der Landespolizei waren schnell vor Ort und überzeugten den Mann davon, das Messer wegzulegen und die Sachbeschädigungen einzustellen. Der 36-Jährige ließ sich schließlich widerstandslos fesseln und zur Vernehmung mit in die Dienststelle nehmen. Eine Atemalkoholkontrolle ergab einen Wert von 1,17 Promille. Auf die Frage der Beamten, warum er das Messer gezogen und anschließend randaliert habe, sagte er lediglich „...weil ich es kann.“ – Weitere Angaben machte er nicht. Er war bereits mehrfach im selben Zug hin- und hergefahren und hatte nach Einschätzung der Beamten ein warmes Plätzchen zum Aufwärmen gesucht.

Ob er wirklich schwarz gefahren war, ist unklar

Die 25 Reisenden und die Zugbesatzung konnten nach der Befragung und Personalienaufnahme wieder einsteigen und ihre Reise fortsetzen. Der Beschuldigte wurde der Bundespolizei übergeben und nach Aufnahme der Anzeige wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Fahrkarte musste er aufgrund der "höherwertigen Delikte" der Bedrohung und der Sachbeschädigung gar nicht mehr vorzeigen. Ihn erwarten ein Strafprozess und Schadenersatzforderungen.