Schleswig-Holstein

Kita-Eltern fordern dauerhaft Geld vom Bund

Die Eltern von Kita-Kindern fordern vom Bund ein dauerhaftes finanzielles Engagement

Die Eltern von Kita-Kindern fordern vom Bund ein dauerhaftes finanzielles Engagement

Foto: dpa

Bei einem Bundeskongress in Kiel soll es auch darum gehen, den Dialog mit der Politik zu verbessern.

Kiel.  Die Eltern von Kita-Kindern verlangen vom Bund ein dauerhaftes finanzielles Engagement für die frühkindliche Erziehung. Diese müsse den Stellenwert bekommen, der ihr zukommt, sagte der Vorsitzende der Landeselternvertretung in Schleswig-Holstein, Axel Briege. Bei einem gemeinsam mit der Bundeselternvertretung am Sonnabend in Kiel veranstalteten Bundeskongress solle es aber auch darum gehen, den Dialog mit der Politik zu verbessern. An dem Kongress nehmen außer Eltern und Vertretern von Kita-Leitungen auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) und Landesminister Heiner Garg (FDP) teil.

Die Kosten für die frühkindliche Bildung sollten auf alle öffentlichen Hände verteilt werden, sagte Briege. Langfristiges Ziel müsse eine kostenlose Bildung bis zum Eintritt ins Berufsleben sein. Wichtig wäre es aus Brieges Sicht auch, wenn jede Landeselternvertretung eine Geschäftsstelle bekäme. Dann könnten sie sich in den öffentlichen Debatten besser Gehör verschaffen, zum Beispiel im Blick auf die Gesetzgebung.

Bis 2022 rund 5,5 Milliarden Euro an die Länder

Bundesministerin Giffey verwies im Blick auf den Bundeskongress in Kiel auf das sogenannte Gute-Kita-Gesetz, dessen Entwurf das Bundeskabinett am Mittwoch beschlossen hatte. Die Perspektive der Elternvertretungen sei von großer Bedeutung. Der Bund will in die frühkindliche Bildung bis 2022 rund 5,5 Milliarden Euro an die Länder geben.

Landesminister Garg kritisierte die zeitliche Begrenzung dieses Finanz-Pakets. Auch nach seinem Willen sollen Deutschlands Kitas besser und für Geringverdiener kostenlos werden. Das Gesetz soll dazu beitragen, Eltern zu entlasten und die Qualität der Kitas zu verbessern.

Bei großen regionalen Differenzen bis zu 800 Euro mehr zu zahlen

Zur Eröffnung des Kongresses in Kiel dankte Garg nach Angaben seines Ressorts den Kita-Kinder-Eltern für deren Engagement. "Qualität rauf, Beiträge runter sind für mich zentrale Ziele." Die Landesregierung will die Elternbeiträge für Kitas ab 1. August 2020 auf einen landeseinheitlichen Betrag deckeln - in welcher Höhe, ist noch unklar. Bisher sind im Norden bei großen regionalen Differenzen bis zu 800 Euro und mehr zu zahlen. Auch soll die Sozialstaffel landesweit vereinheitlicht werden.

Ziel sei es, gleichwertige Lebensverhältnisse im Land herzustellen und extreme Abweichungen der Elternbeiträge zwischen den Gemeinden sowie Ungerechtigkeiten zu beseitigen, sagte Garg. Die Landesregierung stellt von 2018 bis 2022 zusätzlich 481 Millionen Euro bereit, um die Qualität an den Kitas zu verbessern sowie Eltern und Kommunen zu entlasten.