Norddeutschland

Schießwütiger Porschefahrer von SEK festgenommen

Ende  Mai  wurden auf der A215 Schüsse  aus einem Porsche  abgegeben (Symbolbild)

Ende Mai wurden auf der A215 Schüsse aus einem Porsche abgegeben (Symbolbild)

Foto: dpa

Der Mann soll auf der A215 einen Kontrahenten aus seinem Porsche heraus beschossen haben. Gehört er zum Miri-Clan?

Kiel/Wolfenbüttel. Knapp einen Monat nach Schüssen auf der Autobahn 215 bei Kiel hat ein Spezialeinsatzkommando der Polizei den flüchtigen Fahrer in am Sonntag in Niedersachsen festgenommen. Der 38-Jährige sei am Sonntag in Börßum bei Wolfenbüttel verhaftet worden, bestätigte der Kieler Oberstaatsanwalt Axel Bieler am Montag. Zuvor hatten Radio Regionalwolffenbüttel.de und die „Kieler Nachrichten“ berichtet. Der Mann sei in die Justizvollzugsanstalt Neumünster gebracht worden.

Der 38-Jährige stehe im Verdacht, am Abend des 21. Mai bei voller Fahrt auf ein anderes Auto geschossen zu haben. Bei einer Verfolgungsjagd in Richtung Kiel soll der Fahrer immer wieder versucht haben, den Wagen eines 30-Jährigen abzudrängen. Dabei habe dieser beinahe die Kontrolle über sein Auto verloren. Hintergrund des Vorfalls ist nach früheren Polizeiangaben ein Streit zwischen zwei Familien. Den Sportwagen mit Verdener Kennzeichen konnten Beamte am Tag nach der Schießerei in der Nähe von Bremen sicherstellen. Oberstaatsanwalt Bieler äußerte sich nicht zu den Hintergründen.

Den Medienberichten zufolge hieß es aus Ermittlerkreisen, dass Auslöser des Konflikts eine blutige Auseinandersetzung im Februar in Flensburg gewesen sein soll. Dabei habe ein Mann schwere Kopfverletzungen erlitten. Seither sei es wiederholt zu gewalttätigen Zwischenfällen gekommen. Der 30-Jährige Verletzte solle ein türkischstämmiger Deutscher sein, für den die Kriminalpolizei in den vergangenen Wochen bereits Schutzmaßnahmen ergriffen habe.

Nach Informationen der „Bild“-Zeitung soll es sich bei dem 38 Jahre alten Tatverdächtigen um einen Libanesen handeln. Er sei Mitglied des Miri-Clans, der sich von Bremen aus ausbreite und in kriminelle Aktivitäten verstrickt sei. Das deckt sich mit Informationen der Deutschen Presse-Agentur. Die Kieler Staatsanwaltschaft wollte dazu keine Angaben machen.