Karl-May-Spiele

Christine Neubauer wird zur Gangsterbraut

Christine Neubauer freut sich, bei den Karl-May-Spielen mitwirken zu dürfen. Das Reiten muss sie noch trainieren

Christine Neubauer freut sich, bei den Karl-May-Spielen mitwirken zu dürfen. Das Reiten muss sie noch trainieren

Foto: Frank Knittermeier / HA

In „Winnetou und das Geheimnis der Felsenburg“ nimmt sie zusammen mit Karsten Speck einen deutschen Auswanderertreck in ihre Gewalt.

Bad Segeberg.  Christine Neubauer (55) in einer fiesen Rolle? Das TV-Publikum müsste lange nachdenken. Irgendwie hat sie in knapp 200 Fernsehfilmen und -serien immer die Liebe gespielt. Die Mutti der Nation sozusagen, die Beschützern der Armen und Unterdrückten. Oder war da doch mal was? Die gebürtige Münchnerin muss nachdenken. „Doch“, sagt sie und lacht über das ganze Gesicht.

„Ganz am Anfang meiner Karriere habe ich mal zwei Rollen gehabt, in denen ich böse sein musste. Ein bisschen jedenfalls.“ Das ist jetzt alles Schnee von gestern, denn bei den Karl-May-Spielen kann sie zeigen, was alles in ihr steckt: Zusammen mit ihrem Kollegen Karsten Speck (58) spielt sie ein ganz, ganz böses Gangsterpärchen, das Winnetou und Old Shatterhand das Leben schwer macht.

Am Freitag werden die beiden prominenten Gastdarsteller der Karl-May-Saison 2018 den Vertretern der Medien im Indian Village in Bad Segeberg vorgestellt. Das war schon mal Schwerstarbeit für die beiden Stars, die neben Winnetou-Darsteller Jan Sosniok die Zuschauer in die Arena am Kalkberg locken sollen. Schon um 10 Uhr treffen Christine Neubauer und Karsten Speck, der einst den „Bunten Kessel“ präsentierte, an der Kalkberg-Arena ein, um sich umzukleiden und warmzureiten. „Bei elf Grad minus ist das schon eine echte Herausforderung“, sagt Christine Neubauer.

Als um Punkt 12 Uhr die Tore zum Westerndorf aufschwingen und die beiden TV-Stars einreiten, beginnt es zu schneien. Allerdings nur kurz. Denn wenige Minuten später, als sich die beiden mit ihren Pferden für die Fotografen und Kamerateams in Positur stellen, strahlt wieder die Sonne vom Himmel. Beide geben die gewohnten Nettigkeiten von sich: Ja, sie seien glücklich, bei den Karl-May-Spielen mitwirken zu dürfen. Ein Traum sei in Erfüllung gegangen; sie, Christine Neubauer, sei als Mädchen regelrecht in Winnetou verliebt gewesen. Karsten Speck weist das von sich: Er habe Winnetou nicht geliebt. Ansonsten aber seien die Karl-May-Bücher neben Lederstrumpf seine Lieblingslektüre gewesen.

Christine Neubauer muss das Reiten noch trainieren

Das Übliche also. Erst als die Kameras abgeschaltet sind, äußert sich Christine Neubauer, die zweifache Grimme-Preisträgerin, auch abwägend. „Na ja, eine große Reiterin bin ich noch nicht. Ich musste zwar in einigen wenigen Filmen auch reiten, aber privat habe ich da keine Erfahrungen.“ Sie müsse noch trainieren. Inzwischen hat sie sich eine Decke um die Schultern gelegt, um sich gegen die beißende Kälte zu schützen.

Als eiskalte Judith Silberstein und als gewissenloser Schurke Harry Melton bringt das Gangsterpaar in der Inszenierung „Winnetou und das Geheimnis der Felsenburg“ einen deutschen Auswanderertreck in seine Gewalt und schickt die Siedler in die Stollen der Felsenburg. Dort müssen sie inmitten wabernder Giftdämpfe arbeiten.

Für Winnetou und Old Shatterhand bedeutet es Schwerstarbeit, um alles wieder ins Lot zu bringen. Aber keine Sorge: Es wird ihnen gelingen. Wer in diesem Jahr die Rolle des Old Shatterhand übernimmt, wird noch nicht bekannt gegeben. Da aber kein weiterer Gaststar mehr verpflichtet wird, deutet alles darauf hin, dass die Karl-May-Allzweckwaffe Joshy Peters diesen Part übernimmt.

„Winnetou und das Geheimnis der Felsenburg“ hat am Sonnabend, 23. Mai, 20.30 Uhr, in Bad Segeberg Premiere. Bis zum 2. September werden 72 Vorstellungen gespielt: donnerstags, freitags und sonnabends um 15 und 20 Uhr, sonntags um 15 Uhr. Die Tickets gibt es zwischen 13 und 29,50 Euro unter der Hotline 01805/95 21 11, per E-Mail unter bestellung@karl-may-spiele.de oder bei den bekannten Vorverkaufsstellen in Norddeutschland.