Prozess

"Gefährlicher" Bauer muss wegen Amokfahrt in Psychiatrie

Ein Mannschaftswagen der Polizei liegt kopfüber auf einem Feld bei Ascheberg (Schleswig-Holstein). Ein wütender Bauer hat mit seinem Trecker mehrere Autos angefahren und teilweise zerstört. Die Amokfahrt konnte erst durch Schüsse in die Reifen des Traktors gestoppt werden.

Ein Mannschaftswagen der Polizei liegt kopfüber auf einem Feld bei Ascheberg (Schleswig-Holstein). Ein wütender Bauer hat mit seinem Trecker mehrere Autos angefahren und teilweise zerstört. Die Amokfahrt konnte erst durch Schüsse in die Reifen des Traktors gestoppt werden.

Foto: Daniel Friederichs / dpa

Der auf Bio spezialisierte Mann hatte sich dagegen gewehrt, dass seine Kühe Ohrmarken erhalten. Als der Tierarzt kam, drehte er durch.

Kiel. Ein Polizeiwagen landete auf dem Dach. Andere wurden aufgespießt. Mehrere Beamte wurden bei dem Einsatz am 4. Mai vergangenen Jahres verletzt. Die Amokfahrt eines Bauern aus dem Kreis Plön hat ein vorläufiges Ende: Der Mann wurde vom Landgericht Kiel zu einer dauerhaften Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik verurteilt. Er gilt als gefährlich, seine Prognose sei schlecht, so das Gericht in seiner Urteilsbegründung, die auch aufgrund eines psychiatrischen Gutachtens zustandekam.

Auch wenn die Verteidiger des Bio-Bauern Revision ankündigten, wird der "im Zustand der Schuldunfähigkeit" durchgedrehte Mann zunächst in einer geschlossenen Abteilung landen. Die Anwälte hatte eine Therapie auf einem Demeterhof angeregt.

Amtstierärzte wollten seinen Kühen Ohrmarken verpassen, was er offenbar als Angriff auf sich selbst und seine Arbeit interpretierte. Er sieht diese Marken als Tierquälerei an. Als der Bauer mit dem Traktor Amok fuhr, konnten erst Schüsse in die Reifen ihn aufhalten.