Schleswig-Holstein

Graugans-Nachwuchs auf Entdeckungstour im Norden

Die Graugans legt meist vier bis sechs Eier. Die Jungen schlüpfen ziemlich synchron innerhalb von maximal 30 Stunden

Die Graugans legt meist vier bis sechs Eier. Die Jungen schlüpfen ziemlich synchron innerhalb von maximal 30 Stunden

Foto: Wolfgang Runge / dpa

Weil ihre Küken noch nicht fliegen können, sind Graugänse derzeit überall im Norden zu Fuß unterwegs. Ein Biologe erklärt.

Flintbek/Sankt Peter-Ording.  Ihren Nachwuchs führen die Graugänse derzeit in Schleswig-Holstein „spazieren“. Die Jungen können noch nicht fliegen, weshalb die ganze Familien zu Fuß unterwegs sind, sagte der Vogelexperte Jan Kiekbusch. Graugänse sind Vegetarier und suchen derzeit bevorzugt Ufer nahe Grünlandflächen auf, wo sie bei Gefahr schnell aufs Wasser flüchten können.

Die Graugans (Anser anser) ist eine der größten Gänse Europas und gilt als wilder Vorfahr der domestizierten Hausgans. Die Graugans lebt fast überall in ganz Schleswig-Holstein. 6300 Paare ergab die letzte landesweite Bestandserfassung in den Jahren 2005 bis 2009.

„Schwerpunkte sind die Bereich Plöner Seenplatte, Lauenburgische Seenplatte, sowie die Küstengebiete mit Strandseen, und an der Westküste die Naturschutzköge“, sagte Kiekbusch. Hohe Ansprüche an die Gewässertypen stellt die Graugans nicht, sagte der Biologe: „Sie brütet auch an relativ kleinen Gewässern, und sogar an Klärteichen.“

Graugänse leben meist in Dauerehe. Sie sind außerhalb der Brutzeit sehr gesellig und oft in großen Schwärmen zusammen. Untereinander erkennen sie sich hauptsächlich an ihrem Ruf: Man hört daher auf großen Wiesen oft ein reges Schnattern, das dem Wiederfinden der Familienmitglieder dient. Das Weibchen legt meist vier bis sechs Eier. Die Jungen schlüpfen 27 bis 29 Tage ziemlich synchron innerhalb von maximal 30 Stunden. Die „Gössel“ genannten Küken können erst im Alter von ungefähr zwei Monaten fliegen.