Kinder- und Jugendheim

Ermittlungen in 13 Fällen gegen „Friesenhof“-Mitarbeiter

Das inzwischen geschlossene „Friesenhof“-Jugendheim in Hedwigenkoog in Schleswig-Holstein

Das inzwischen geschlossene „Friesenhof“-Jugendheim in Hedwigenkoog in Schleswig-Holstein

Foto: Carsten Rehder / dpa

Es geht um Freiheitsberaubung und Körperverletzung in dem Kinder- und Jugendheim. Ermittler haben noch weitere Einrichtungen im Visier.

Kiel.  Gegen frühere Betreuer und Erzieher der inzwischen geschlossenen Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung „Friesenhof“ im Kreis Dithmarschen laufen in 13 Fällen staatsanwaltschaftliche Ermittlungen. Dies geht aus der Antwort des Justizministeriums auf eine Kleine Anfrage der CDU-Landtagsabgeordneten Katja Rathje-Hoffmann hervor. Der Deutschen Presse-Agentur liegt das Papier vor. Zuvor hatten die „Lübecker Nachrichten“ darüber berichtet.

Ermittler haben noch andere Einrichtungen im Visier

„Ein Ermittlungsverfahren wird wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs von Kindern geführt“, heißt es in der Antwort. In einem weiteren Verfahren gehe es um den Verdacht der Freiheitsberaubung, um Verletzung des Briefgeheimnisses, die Verletzung von Privatgeheimnissen und „die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen“. „Tatvorwurf der übrigen Ermittlungsverfahren ist der Tatbestand der Körperverletzung.“ In keinem der Verfahren seien die Ermittlungen abgeschlossen.

Es lägen auch Beschwerden vor über Einrichtungen, in denen frühere Mitarbeiter des „Friesenhofs“ derzeit tätig sind. Ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss wird sich mit dem Fall „Friesenhof“ befassen. Dort waren Kinder und Jugendliche teils entwürdigenden Strafen ausgesetzt. Die Behörden schlossen im Juni den Betrieb.