Schleswig-Holstein

Salaam Lübeck: Ausstellung über muslimisches Leben eröffnet

Eine Frau schaut sich Lübeck (Schleswig-Holstein) in der Kunsthalle St. Annen  in der Ausstellung "Salaam Lübeck  Muslimisches Leben in der Hansestadt" ein nachgebautes Klassenzimmer einer Koranschule an

Eine Frau schaut sich Lübeck (Schleswig-Holstein) in der Kunsthalle St. Annen in der Ausstellung "Salaam Lübeck Muslimisches Leben in der Hansestadt" ein nachgebautes Klassenzimmer einer Koranschule an

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Nahezu 100 Muslime aus Lübeck haben an der Ausstellung mitgewirkt, die sich mit den Lebensgeschichten von 16 Muslimen beschäftigt.

Lübeck. Mit dem muslimischen Alltag in Lübeck beschäftigt sich eine Ausstellung in der Kunsthalle St. Annen im Lübecker Museumsquartier, die am Sonnabend (16. Mai) eröffnet. „Salaam Lübeck. Muslimisches Leben in der Hansestadt“ beschäftige sich mit unterschiedlichen Lebensgeschichten von 16 Muslimen aus 16 Ländern, teilten die Lübecker Museen am Freitag mit. Ergänzend präsentiert die Völkerkundesammlung etwa 100 Exponate aus muslimisch geprägten Ländern.

Die Ausstellung mache beispielhaft deutlich, was die Lübecker Völkerkundesammlung zu Fragen der Gegenwart beitragen könne, sagte Hans Wißkirchen, Leitender Direktor der Lübecker Museen. „Wir zeigen herausragende Exponate und erzählen dazu die passenden Geschichten.“ Auf diese Weise erhalte man einen Blick auf die Internationalität der Stadt, wie er nur im Museum möglich sei.

Nahezu 100 Muslime aus Lübeck haben an der Ausstellung mitgewirkt. Intensiv beschäftigt sich die Ausstellung mit den Lebensgeschichten von insgesamt 16 Muslimen: einem Arbeiter aus Marokko, einem Ladeninhaber und einer Rentnerin aus der Türkei, zwei Schülern aus dem Süden Thailands. Einige von ihnen wohnen seit kurzer Zeit, andere bereits in dritter Generation in Lübeck. Die einen seien sehr religiös, andere gläubig oder nur kulturell mit den muslimischen Traditionen verbunden, hieß es.

In einer Abteilung der Ausstellung werden neun Orte muslimischen Glaubens in Lübeck vorgestellt. Der Koran, die heilige Schrift aller Muslime, wird als verbindende Grundlage der unterschiedlichen Richtungen gezeigt. Ein Highlight der Ausstellung ist ein Prunkkoran aus dem Jahre 1546. Zahlreiche Gebetsteppiche aus unterschiedlichen Regionen werden gezeigt. Was Islam überhaupt bedeutet, wird nicht nur in wiedergegebenen Zitaten muslimischer Bürger deutlich, sondern auch in einer nachempfundenen Koranschule dargestellt. Diese ist mit Elementen aus Lübecker Koranschulen ausgestattet.

Die Ausstellung, die bis zum 16. August zu sehen ist, wird von Veranstaltungen begleitet, etwa einer „Spezialführung Gebetsteppiche“ zu deren Ursprung und Vielfalt, einem Vortrag zur Bedeutung von Kopftüchern in verschiedenen Kulturen und einer Stadtteilführung auf den Spuren muslimischen Lebens in Lübeck. (epd)